Archiv für September 2007

Aufruf

antifa dueren

Samstags bleibt das Sofa leer!
Für antifaschistischen Lifestyle & nazifreie Strassen!

Am 22. September 2007 will die NPD Düren in Kooperation mit mehreren regionalen neonazistischen “Kameradschaften” durch Düren demonstrieren. Diese Aktion wäre der erste Aufmarsch von Nazis in Düren seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Mit ihren Motto: “Gegen Ausländerkriminalität und Inländerfeindlichkeit – Düren darf nicht multikriminell werden” inszenieren sich die Neofaschisten als “Opfer”, um die Verantwortung für ihre rassistische Hetze zu verschleiern. Mit ihrem Aufmarsch unterstreichen sie ihren Anspruch auf die Beherrschung der Straßen in Düren und Umgebung.

Die Naziszene in der Region Düren ist seit etwa einem Jahr eine der aktivsten extrem rechten Zusammenhänge in NRW. Zahlreiche NPD-Infostände in verschiedenen Städten und Gemeinden fanden in der Region statt. Tatsächliche und vermeintliche politische GegnerInnen der Neonazis werden bedroht und bedrängt. Die Kneipe “Gütershop” am Rande der Dürener Innenstadt hat sich zu einem festen Treffpunkt (nicht nur) der regionalen Neonazi-Szene entwickelt. In der Gaststätte finden so genannte “Stammtische”, “Liederabende” und andere Veranstaltungen der NPD statt. Zu diesen versammelten sich teilweise über 100 Neonazis, die nicht nur aus der Region Aachen / Düren stammten, sondern teils aus ganz NRW und sogar dem benachbarten Ausland nach Düren anreisten.

Die organisierte extreme Rechte tritt zunehmend selbstsicher auf, was sich auch in vermehrten Übergriffen auf AntifaschistInnen und MigrantInnen niederschlägt.
Für die extreme Rechte hat der Aufmarsch gleich mehrfache Bedeutung: So stellt er für die NPD den im Rahmen der von ihr propagierten “Drei-Säulen-Strategie” den symbolischen Kampf um die Straße dar und bietet zudem eine Möglichkeit, sich medial zu inszenieren. Neben diesem gehören noch der “Kampf um die Köpfe” und der “Kampf um die Parlamente” zum Drei-Säulen-Konzept der NPD. Erklärtes Ziel der Partei ist, bei der Kommunalwahl 2009 auch im Kreis Düren die kommunalen Parlamente einzuziehen. In der Region Aachen sitzen Neofaschisten bereits in den Stadträten von Stolberg, Alsdorf, Erkelenz und den Kreistagen von Aachen und Heinsberg. Der Aufmarsch in Düren erzeugt eine “braune Erlebniswelt”, die vor allem dazu dient, jüngere AnhängerInnen von NPD und “Kameradschaften” enger an die Nazi-Szene zu binden.
Ein entschlossener Widerstand, der den Nazis den Tag so unbequem wie möglich macht, und deutlich zeigt, dass die Straßen dem brauen Mob nicht überlassen werden, wird die effektive Bekämpfung der extremen Rechten in der Region Düren voranbringen. Ein Ignorieren des Aufmarsches oder kilometerweit entfernte Gegenveranstaltungen werden der Wirkung des NPD-Aufmarsches allein nichts entgegensetzen. In diesem Sinne rufen wir dazu auf, das Sofa leer zu lassen und stattdessen auf nazifreien Straßen spazieren zu gehen.

Nach dem Aufmarsch ist vor dem Aufmarsch!
Einem antifaschistischen Engagement, das sich auf Gegenreaktionen bei öffentlichen Naziveranstaltungen begrenzt, wird zwar, wie Sisyphus, niemals die Arbeit ausgehen. Aber es auch nicht den Berg – bestehend aus Faschismus, Nationalismus, Antisemitismus, Rassismus und vielen anderen Herrschaftsstrukturen auf dem Weg zu einer befreiten Gesellschaft überwinden können. Darum kann es nur gelten alle Formen der Herrschaft und der Unterdrückung zu bekämpfen und hier und jetzt konkret die Perspektive einer befreiten Gesellschaft einzutreten.

Lassen wir den brauen Zug am Samstag gegen die Wand fahren!
Neonazis zurückdrängen – antifaschistische Strukturen stärken!
22. September 2007 | 10 Uhr | Bahnhofsvorplatz Düren