Archiv für Juni 2010

Gegen Patriotismus und hässliche Stoffstreifen

Die wollen nur feiern!

Sommer 2010: Überall sieht man Deutschland-Fahnen, an den Autos, in den Fenstern, in der Werbung. Es gibt Schminke, Perücken und Gummibären in Schwarz-Rot-Gold. Alle sind gut gelaunt und feuern „unsere Jungs“ an. Kein Zweifel: Es ist wieder Fußball-WM der Männer. Kein Problem? Wir wollen den „Party-Patriotismus“ einmal kritisch durchleuchten und die „gute Stimmung“ hinterfragen.

Denn es stellt sich die Frage, was die Fans mit den Deutschland-Fahnen ausdrücken. Wollen sie nur ihre Mannschaft anfeuern? Wohl kaum, schließlich ist die Fahne nun einmal ein Symbol für die Nation und nicht nur für die Mannschaft. Analog dazu sind patriotische Ausbrüche wie „Ich liebe Deutschland“ und „Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein“ zu betrachten, die man immer wieder von Fans zu hören bekommt.

Gerade die letzte Aussage ist dabei sehr interessant: Man ist wieder „stolz“, ein Deutscher zu sein. „Stolz“ kann man aber nur auf eigene Leitungen sein, und Deutsch-Sein ist keine Leistung. Patriotismus ist also äußerst paradox und zeugt von geistiger Armut.

Doch er ist nicht nur Zeichen von Dummheit, sondern kann auch äußerst gefährlich sein. Das durch Patriotismus entstehende Wir-Gefühl erzeugt nämlich automatisch ein Die-Gefühl, was die Soziologie als In-Group/Out-Group-Prinzip bezeichnet. Durch das Nationalbewusstsein werden automatisch Menschen anderer Nationalitäten ausgegrenzt, der Übergang zu Nationalchauvinismus und Rassismus ist also fließend, gerade beim von Ex-Bundespräsident Horst Köhler gelobten „unverkrampften Patriotismus“.

Ein Beispiel für die rassistischen Tendenzen im „Fußball-Patriotismus“ ist das (übrigens von Michael Ballack provozierte) Foul des Ghanaers Kevin-Prince Boateng am deutschen Kapitän im Vorfeld der WM. Die Tatsachen wurden ausgeblendet, es hagelte von rassistischen Anti-Boateng Gruppen bei Facebook und anderen Sozialen Netzwerken.

Patriotismus braucht auch immer einen historischen Bezug, und die deutsche Geschichte ist nun einmal scheiße: 2 Weltkriege, die Shoah, und diverse Kontinuitäten zwischen Nazi-Deutschland und der BRD (ranghohe Nazis hatten nach wie vor hohe Posten inne, u.a. in Adenauers Regierung).

Kein Wunder also, dass sich Nazis in dieser Atmosphäre pudelwohl fühlen. So erklärte NPD-Kader Jürgen Gansel: „Die Herrschenden in Politik und Kultur müssen feststellen, dass über 60 Jahre nach Kriegsende nationale Gemeinschaftssehnsüchte nicht länger unterdrückt und Nationalbewusstsein nicht mehr unter moralische Quarantäne gestellt werden kann.“

Und gerade von diesem Nazis grenzen sich Fußballfans oft nicht ab, im Gegenteil, sie feiern gemeinsam mit ihnen die deutsche Nationalmannschaft. Bei vielen Spielen und Public-Viewing-Übertragungen erklingen Rufe wie „Ausländer Raus“ oder „Sieg Heil“, neben schwarz-rot-goldene Fahnen gesellen sich schwarz-weiß-rote Reichsfahnen und die Fans singen ganz selbstverständlich die erste Strophe des Deutschland-Liedes.

Dabei ist den Nazis und den Fußball-Fans egal, dass die deutsche Nationalmannschaft größtenteils aus Menschen mit Migrationshintergrund besteht, diese Spieler werden dann eben eingedeutscht. So berichtete die Bild-Zeitung über Cacau: „Er singt die Nationalhymne lauthals mit, sein Spitzname ist ›Helmut‹. Gebürtiger Brasilianer, der deutsch spricht, deutsch spielt und deutsch tickt. Cacau grinst: ›Ich war nie ein typischer Brasilianer. Ich kam nie 60 Minuten zu spät, sondern nur 20 Minuten. Meine ganze Mentalität ist deutsch‹“.

Ein anderes Beispiel für den scheinbar unpolitischen Patriotismus ist der Eurovision-Song-Contest.
Zum ersten mal seit Jahren gewann dabei wieder eine deutsche Kandidatin und „unsere Lena“ wurde von der ganzen Nation gefeiert, auch hier kamen wieder Deutschland-Flaggen zum Einsatz.

Von Israel bekam Lena 0 Punkte und prompt hagelte es antisemitische Reaktionen auf Twitter und Facebook: „Israel, scheiß Juden“, „Da hat Lena wohl zu viel Gas gegeben“ und „Die Juden sind immer so nachtragend“ sind nur einige Beispiele für den „harmlosen“ und „unpolitischen“ Patriotismus der Deutschen.

Doch beschäftigen wir uns einmal mit dem Lieblingssymbol der Patrioten und Fußball-Fans: Der schwarz-rot-goldenen Flagge.
Oft wird behauptet, sie sei eine klare Abgrenzung gegenüber Rechtsextremismus und stünde für die Demokratie, da sie ja aus der März-Revolution von 1848 stamme.

Doch wenn man sich genauer mit der Geschichte beschäftigt, wird man feststellen, dass die Schwarz-Rot-Gold schon in der März-Revolution keineswegs in erster Linie ein Symbol für die Demokratie war, sondern für die Nation. Sie wurde damals vor allem von Nationalliberalen, die nicht wirklich Gegner der Monarchie waren, getragen, die wahrhaft progressiven Kräfte benutzten schon damals nur die rote Fahne.

Die Farben Schwarz, Rot und Gold kommen auch gar nicht aus der März-Revolution, sondern sind um einiges älter. So wurden sie schon im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation verwendet. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die Farben dann im „Befreiungskrieg“ gegen Napoleon in den Uniformen des Lützowschen Freikorps verwendet. Auch dieses hatte keine demokratischen Absichten, sondern verteidigte die absolutistischen deutschen Fürstentümer gegen Frankreich, dass, obwohl es monarchisch geführt wurde, immerhin Bürgerrechte garantierte. Am 9. März erklärte der Bundestag des Deutschen Bundes, eine Versammlung der Monarchen, Schwarz-Rot-Gold zu den Farben Deutschlands. Im Deutschen Kaiserreich, als sich Schwarz-Weiß-Rot durchsetzte, verwendete die rechtsextreme Opposition weiterhin Schwarz-Rot-Gold als Symbol für Großdeutschland (Deutschland + Österreich). Erst in der Weimarer Republik wurde die Fahne als Symbol der „Demokratie“ umgedeutet.

Doch dieser Patriotismus ist nicht nur dämlich und weist erhebliche nazistische Tendenzen auf, sondern er wird auch von den herrschenden PolitikerInnen geschickt eingesetzt und genutzt, um revolutionäre Tendenzen zu ersticken.
So plakatiert z.B. die CSU: „Was unser Land jetzt braucht: Zusammenhalt.“, dazu die Farben Schwarz-Rot-Gold. Du als ArbeiterIn hast also nicht mehr Lohn oder bessere Bedingungen zu fordern, sondern sollst dich dem nationalen Zusammenhalt unterordnen und gefälligst den Mund halten. Auch wird die Ablenkung durch die WM-Euphorie genutzt, um in dieser Zeit unpopulistische Gesetze zu beschließen. 2006 wurde die Mehrwertsteuer erhöht, jetzt wird ein unsoziales Sparpaket verabschiedet. Und dem Volk ist es egal, denn es darf ja fähnchenschwingend vor dem Fernseher verblöden und sein Land feiern.

Wir, die Antifa Euskirchen/Eifel lehnen jede Art von Patriotismus, Nationalismus und Chauvinismus entschieden ab.
Insbesondere der deutsche Patriotismus ist abzulehnen, nach dem Holocaust und dem 2. Weltkrieg ist jeder positive Bezug auf Deutschland fatal!

Nationalstaaten sind willkürliche Gebilde, die im Laufe der Jahrhunderte durch Kriege und Eroberungen der Herrschenden entstanden sind. Sie sind die Ursache von Krieg und Abschiebung, und gehören somit abgeschafft. Bis dies geschafft ist, muss der Paragraph 90a StGB dringend abgeschafft werden, der die „Verunglimpfung von nationalen Symbolen“ verbietet und somit ein erheblicher Einschnitt in das Recht auf Meinungs- und Kunstfreiheit ist.


Patriotismus und Nationalismus bekämpfen!

No Love for a Nation – erst recht nicht für Deutschland!

Nationalstaaten überwinden – für die Weltrevolution!

Antifa Euskirchen

Download des Flyer hier >>> Gegen Patriotismus und hässliche Stoffstreifen

AZ in Köln Räumung – MORGEN! Hands off our houses! We stand together, we fight together!

Reclaim the streets!

Wie aus sicheren Quellen bekannt planen Polizei, Sparkasse und Stadt für morgen früh (Dienstag 29.06.2010) die Räumung des Autonomen Zentrums Köln (Wiersbergstr. 41).

Az Köln Räumung Morgen!

Am Sonntagabend wurde bekannt das sich die Polizei auf die Räumung des Autonomen Zentrums in der Wiersbergstrasse Vorbereitet. Die ehemalige und lange leerstehende Kantine, wurde am 16.04.2010 besetetzt und dient seitdem als Zentrum für autonome Kunst, Kultur und Politik. Aufgrund angeblicher Sicherheitsmängel will die Sparkasse die Inhaberin des Gebäudes ist dieses nun räumen lassen.

Die Besetzer_Innen haben mehrfach mit Statiker_Innen, Elektriker_Innen und Architekt_Innen zusammen gearbeitet um die sichere Nutzung der Räume zu gewährleisten und haben dies auch in Gesprächen mit Sparkasse und Stadt dargelegt.

Das das Gebäude nun dennoch geräumt werden soll ist eine Kampfansage von Sparkasse und Politik und zeigt wieder einmal das man sich nicht auf die Politik verlassen kann sondern sein Leben selber in die Hand nehmen muss, wie es im Autonomen Zentrum Köln die letzten 73 Tage geschehen ist.

Wir wollen uns die Räumung nicht gefallen lassen, deshalb kommt alle vorbei und lasst uns gemeinsam für den Erhalt des AZ Köln Kämpfen. Das Besetzer_Innen Plenum

Heute 28.06.2010 20:00 Großen Räumungsplenum
Morgen 29.06.2010 ab 06:00 AZ Verteidigen!

KOMMT ALLE SOLIDARITÄT IST EINE WAFFE!

Hands off our houses, we stand together and we fight together!

Hands off our houses! We stand together, we fight together!

Kopi, Rote Flora, Blitz, Gerber1, Les Tanneries, Bunker, YONET … sind uns und bleiben uns!

Toronto G20 – From Protest to Resistance

G20 Toronto 6/27/2010 – From Protest to Resistance

Checkt In­dy­me­dia: G20 To­ron­to – Großdemos starten!

+++ http://​ de.​indymedia.​org/​2010/​06/​284982.​shtml +++

Vor wenigen Minuten sind die beiden Großdemos in Toronto gestartet. Es wird mit mehr als 100.000 Menschen gerechnet. An der Zeltstadt Allen Gardens waren vor einer Stunden schon mehrere Zehntausend Menschen -

G20 Toronto

die ARD hat einfach behauptet das sei die Demo und Bilder von gestern genommen. Tzzzzzzz.

G20 toronto 2

Toronto gleicht einem Kriegsgebiet. Panzer entlang des Zauns. Richter genehmigt Einsatz von Schallwaffen.

G20 Toronto 3

***WOW: bestätigt: 70.000-100.000 Menschen in den Straßen*** Großer schwarzer Block vorne. Hunderte Vuvuzelas in den Seitenstraßen. Mittelstreckenböller an der Universität. Das wird noch ein spannender Abend. Demo kann Route spontan ändern.***

Infoseiten:

http://toronto.mediacoop.ca/

http://www.g20breakdown.com/

http://g20.torontomobilize.org/

Police Monstertruck

*** Bullen mit komischen Fahrzeugne unterwegs: http://twitpic.com/206×9j.

Gegen die weltweite Unterdrückung und Ausbeutung von Menschen und Natur!

Es gibt eine Welt für Alle zu gewinnen!

We have a world to win! No to corporate – YES to People´s Power!

Für die weltweite soziale Revolution!

Toronto Police Attack Peaceful Protesters and Journalists at G20 Protests from brandon jourdan on Vimeo.

STOP Police brutality against the people! Protest in solidarity with demonstrating and fighting people!

Shutdown corporate imperialism! Fight for a better world!

Antifa Eifel/Euskirchen ist solidarisch mit der Demo und den Menschen, die sich gegen den G7, G8, G20 Gipfen stellen, demonstrieren und kämpfen!

Power to the people! The people have a right to fight!

Antirepressions Soliparty

Je ne regrette rien – Ich bereue nichts

Durch staatliche Repression gegen AntifaschistInnen entstehen teilweise hohe Kosten (Verfahren, Bußgelder etc.). Im Zusammenhang mit antifaschistischer Gegenwehr zu Naziaufmärschen gibt es einige Opfer dieses Apperates. Um sie zu unterstützen veranstaltet die Gruppe Shutdown eine Soliparty, am 02.07. im Autonomen Zentrum in Köln. Eintritt (bzw. Spende) 3 €

AZ Köln

Es legen auf:

Mehr Infos gibt es auf regretterien.blogsport.de

Freitag | 02.07.10 | 22:00 Uhr | 3 €
AZ Köln | Wiersbergerstraße 44 | Haltestelle: Kalk-Kapelle

Antifademo am 18. Juni in Aachen

Die Antifa Euskirchen/Eifel unterstützt den Aufruf und fordert zur Beteiligung an der Demonstration auf!

Aufruf zur Demonstration am 18.6.2010 um 20:00 Uhr vor dem AZ-Aachen:

Keine Straßen, keine Räume, keine Stadt den Nazis!

*Stand der Dinge*

Die Aachener Neonazi-Szene machte in letzter Zeit wieder einmal von sich reden. So häufen sich Angriffe von Neonazis auf alternative Kultureinrichtungen, linke Freiräume und politische Gegner und Gegnerinnen. Es werden Jugendliche mit linkem oder migrantischem Hintergrund immer wieder in Aachener Kneipen oder Discos von Mitgliedern der Kameradschaft Aachener Land (KAL) und anderen Naziorganisationen angegriffen, das Parteibüro der „Linken“ fortwährend beschädigt und Antifaschistinnen und Antifaschisten gezielt attackiert.

Neustes ‚Lieblingsziel’, neben Privatwohnungen von Familien, scheint dabei das Autonome Zentrum in Aachen zu sein. In regelmäßigen Abständen tauchen neonazistische Sprühereien und immer wieder das Kürzel KAL am AZ Aachen auf. Auch wurden in der Vergangenheit mehrfach Besucherinnen und Besucher von Konzerten oder politischen Veranstaltungen auf ihrem Heimweg abgefangen und angegriffen. Jüngst trauten sich bewaffnete Neonazis wiederholt Veranstaltungen des AZ zu attackieren. Sie sprühten durch den Briefschlitz im Eingangsbereich Pfefferspray und eine andere Flüssigkeit auf dahinter stehende Personen und warfen eine Flasche mit einer uns unbekannten Substanz ins Treppenhaus.
In der gleichen Nacht wurde das Parteibüro der „Linken“ angegriffen und Parolen an die Wohnhäuser von Antifaschist_Innen gesprüht. Zwei Nächte später wurden Personen, die sich auf dem Vorplatz des AZ befanden aus einem Auto heraus durch eine Zwille mit Stahlkugeln beschossen. Es wurde niemand verletzt.

*Strukturen der NS-Szene in Aachen*

Die Neonazis – soweit sie identifiziert werden konnten – bewegen sich im Umfeld der Kameradschaft Aachener Land und teils der NPD Düren.
Die Kameradschaft Aachener Land existiert seit 2001 und wurde von Neonazis aus dem Blood&Honour Umfeld gegründet. Pate standen der ehemalige ANS/NA Kader Christian Malcoci und der Vorsitzende der Wiking Jugend Wolfgang Narath. In ihren Hochburgen Düren und Stolberg pflegt die KAL seit jeher enge Kontakte zur NPD. In Aachen Stadt tritt vor allem die junge Generation der KAL auf. Von Anfang an lag ein Schwerpunkt der Arbeit in der Rekrutierung von neuen Mitgliedern. Eine in Aachen entstehende Gruppe von sogenannten „Autonomen Nationalisten“ wurde fast ausnahmslos in die NPD-nahe KAL überführt.

*Nationale Zentren?*

Vielleicht weil die NPD Düren so oft Gegenstand antifaschistischer Aufmerksamkeit ist, will nun der NPD KV Aachen/Stolberg unter Willibert Kunkel auch mal mediale Zuwendung. Besagter Kreisverband versucht in jüngster Zeit zunehmend von sich Reden zu machen, indem angekündigt wird, Räumlichkeiten in Aachen aufzukaufen. In diesen soll ein nationales Schulungszentrum entstehen. Ob ein konkretes Interesse hinter der Ansage von Kunkel steht, das Hotel Hesse in der Nähe des Aachener Hauptbahnhofs kaufen zu wollen, mag bezweifelt werden.
So wurde in der Vergangenheit von der NPD immer wieder vorgegeben, Immobilien kaufen zu wollen, was sich in der Regel als Ente erwies: Beabsichtigt wurde schlicht, Immobilienpreise in die Höhe zu treiben. Der Landesverband NRW dürfte es sich zudem wohl kaum finanziell leisten können, ein Gebäude für ein NPD-NRW-Schulungszentrum käuflich zu erwerben, ganz abgesehen davon, dass ein solches Zentrum in unmittelbarer Nähe zum AZ und zum Aachener Infoladen getrost als Risikokapital bezeichnet werden kann. Die Bundespartei zeigte sich zunächst überrascht, bestätigte aber inzwischen die Kaufabsichten und sprach von ausländischen Investoren. Das kleine Hotel solle „für Zusammenkünfte ausländischer Kameraden genutzt werden“. Dass die NPD tatsächlich die finanziellen Kapazitäten für ein solches Projekt hat, darf jedoch auch weiterhin angezweifelt werden.
Die Stadt Aachen gab in Reaktion auf die Kaufinteressen der NPD und die Verkaufsinteressen des momentanen Besitzers und Betreibers an, das
städtische Image sei gefährdet. In Anbetracht vermehrter Übergriffe auf Menschen,kann eine solche Aussage in bestem Fall als Zeugnis von ausgeprägter Ignoranz gegenüber einer Erstarkung der neofaschistischen Szene gewertet werden, im schlechtesten als eine ehrliche Offenlegung der Standortinteressen.

*Das Verhalten der „Offiziellen*

Faschist_innen setzen gezielt auf Gewalt, zur Einschüchterung ihrer Gegner_innen. Eine Gewalt, die nicht wahrgenommen wird, solange sie
keine Repräsentant_innen trifft. Anstatt sich dem Problem zu stellen, es zu benennen, dreschen die Politiker_innen Phrasen von einem kleinen Häuflein Irregeleiteter. So sprach auch die Aachener Polizei immer wieder statt von politisch motivierten Gewalttaten von Jugendkriminalität.
Dass der Raum Aachen sich zu einer Hochburg der extremen Rechten in NRW entwickelt hat, versuchen die örtlichen etablierten Parteien zu ignorieren. Aber sie werden ja auch nicht angegriffen, da ist Ignoranz ziemlich leicht. Nicht nur die Stadt Aachen schweigt weitestgehend zu neonazistischen Entwicklungen. Die Aachener Polizei und Staatsanwaltschaft fokussiert ihre Aufmerksamkeit und einen großen Teil ihres Verfolgungswillens auf Antifaschist_innen. Angegriffene werden von den Beamt_innen kriminalisiert, ihnen wird mit Anzeigen gedroht.
Betroffene faschistischer Gewalt, die die Polizei verständigten, wurden selbst zur Zielscheibe des Verfolgungswillens.

Die Justiz tut ihren Teil. Zusammengefasst können wir sagen, dass es in Aachen „billiger“ ist, eine Demonstration bewaffnet und vermummt anzugreifen, als vermummt zu demonstrieren. Unlängst fanden Prozesse gegen einige Neonazis statt, die zwei Jahre zuvor eine antifaschistische Demonstration angriffen. Zwei Jahre dauerte es bis zum Prozessbeginn, angeblich wegen Krankheit des zuständigen Richters. Die Neonazis gestanden vor dem Jugendgericht den Überfall und wurden wegen Landfriedensbruch – so absurd das klingen mag – verwarnt.
Das Verfahren gegen einen der Beteiligten wurde wegen „Mitläufertum“ eingestellt. Ein jugendlicher Antifaschist hingegen wurde einige Tage zuvor vor dem gleichen Jugendgericht wegen Vermummung auf einer antifaschistischen Demonstration verurteilt.
Diese „Fälle“ stehen nicht isoliert. Ein weiterer Coup der Gerichte ereignete sich ebenfalls unlängst. Das Landgericht Aachen gab Neonazis in einem Berufungsverfahren Recht, dass wegen einer Plakataktion für Hitlers Stellvertreter Hess keine vollendete Volksverhetzung vorliege. Begründet wurde dies mit dem Hinweis, dass die Polizei die Plakate und Transparente rasch entfernte, diese damit keiner „breiten Öffentlichkeit“ bekannt wurden und so der Tatbestand der Volksverhetzung nicht vollendet sei.

*Keine Straßen, keine Räume, keine Stadt den Nazis!*

Neofaschistischer Ideologisierung und Formierung kann und muss auf vielen Ebenen und aus vielen Perspektiven heraus entgegen gearbeitet werden. Aktiver Antifaschismus und Freiraumpolitik gehören unweigerlich zusammen. Linke Politik, die Räume politisch besetzt, die offensiv agiert, ist konkrete antifaschistische Politik, weil sie unter Anderem Nazis Räume nimmt. Eine (ideo-)logische Konsequenz ist der Fokus der Neonazis auf das Autonome Zentrum.

Wenn wir nicht wollen, dass Neonazis sich auf den Straßen tummeln, unsere Zentren angreifen und ein Klima der Einschüchterung verbreiten, müssen wir schon selbst was dagegen tun, so abgedroschen das auch klingen mag.
Wir schauen dem Erstarken der NS-Szene nicht zu und überlassen den Nazis nicht die Straßen. Kein Angriff auf unsere Zentren, auf unsere Infrastruktur wird unbeantwortet bleiben. Der Versuch der Einschüchterung ist vergeblich, wir treten dieser Strategie solidarisch entgegen.
Bringt Konfetti mit!

*Demo: 18.06.2010 20Uhr AZ-Aachen*

Für Schlafplätze meldet euch unter: info@az-aachen.de

Autonomes Zentrum Aachen
AK Antifa Aachen
Autonome Antifa Aachen A³