Archiv für August 2010

Videos zur Situation vor 20 Jahren

Wahrheit macht frei (Dokumentation, D 1991)

Erschütternder Dokumentarfilm von 1991, der anhand von Interviews mit führenden Neonazis und Holocaustleugnern sowie Archivmaterial von konspirativen Treffen den Zustand der deutschen Neonaziszene kurz nach der Wende aufzeigt und deren internationalen Verquickungen, die bis ins Europaparlament reichen.

The truth lies in Rostock

Eine Woche lang, vom 22. bis zum 26. August 1992, griffen mehrere hundert junge Rechtsradikale die Flüchtlingsunterkunft und ein von vietnamesischen VertragsarbeiterInnen bewohntes Haus im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen an. Unterstützt wurde der Mob von über tausend ganz normalen Deutschen, die Polizei griff kaum ein. Wir hatten zum erstermal wieder für kurze Zeit eine faschistische Diktatur. Partien, Presse und die Zivilgesellschaft unterstützten die Hetze aktiv oder passiv, da kein Widerstand oder Abstellen der Zustände verlangt oder gewollt war. Erst nach massiven internationalen Druck von der EU, anderen Staaten und der UNO, sowie der Kampf und Widerstand der Flüchtlinge, Antifaschisten und Antirassisten Deutschland weit, wurde der deutsche Lynch-MOB zurückgedrängt. Bis Heute ist dieses grausame unmenschliche Kapitel der deutschen Geschichte immer noch nicht im Bewusstsein der Menschen und die Hintergründe sind nicht aufgearbeitet und breitdargelegt worden. Der deustche Lynch-Mob macht weiter … Offen, toleriert und ignoriert.

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg! Nie wieder Deutschland!

Organisiert euch in der Antifaschistischen Aktion! Solidarisiert euch!

Mechernicher Neonazi? begeht „Eine Straftat nach der anderen“

Der 21-jährige Angeklagte war vor Jahren bereits in ein Erziehungscamp nach Sankt Petersburg geschickt worden. Jedoch ohne Erfolg: Nun steht er erneut wegen Körperverletzung vor Gericht. Es geht dabei um Vorfälle in einer Justizvollzugsanstalt bei Paderborn.

Euskirchen/Mechernich – Verwahrlosung, Straftaten und Alkohol – die alleinerziehende Mutter aus Mechernich war mit ihrem Sohn völlig überfordert. Es folgten erfolglose Heimeinweisungen, das Jugendamt griff schließlich zu einer ganz einschneidenden Maßnahme: Peter M. (Name geändert) wurde 2003 in ein Erziehungscamp nach Sankt Petersburg geschickt.

Ohne Erfolg – es folgten Diebstähle, Körperverletzungen, Hausfriedensbruch, Volksverhetzung und ein Verstoß gegen das Waffengesetz. Bis zum 13. Februar 2009 ließ die Justiz Milde walten. Dann riss Richter Dr. Fabian Krapoth der Geduldsfaden. Der heute 21-Jährige wurde wegen gemeinschaftlichen schweren Diebstahls und Körperverletzung zu einem Jahr und vier Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Während des Vollzugs soll der junge Mann, der wieder in Mechernich wohnt, neue Straftaten begangen haben. Seit Donnerstag sitzt Peter M. einmal mehr auf der Anklagebank des Euskirchener Jugendschöffengerichts. Richter ist wieder Krapoth.

Es geht um Vorfälle in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Hövelhof bei Paderborn. Dort teilte sich M. mit zwei weiteren jugendlichen Strafgefangenen ein Zimmer im offenen Vollzug. Einer gab den Prügelknaben ab. Laut Vorwurf der Staatsanwaltschaft wurde er am 21. August 2009 von M. und dem anderen Häftling in der Zelle mit brennenden Zigaretten und durch Hiebe mit Plastikflaschen in den Nierenbereich und auf den Kopf traktiert.

Doch der Rädelsführer?

M. räumte lediglich ein, den Mithäftling wegen dessen Leibesfülle beleidigt und ihm eine Tüte Eistee gestohlen zu haben. Die körperlichen Übergriffe habe ausschließlich der andere Zelleninsasse begangen. Ein weiterer damaliger Insasse der JVA Hövelhof, der in der besagten Zelle häufig zu Besuch war, sagte im Zeugenstand etwas anderes aus. Der Mechernicher sei bei den Attacken der Rädelsführer gewesen. Der Prozess wurde daraufhin vertagt. Das mutmaßliche Opfer war gestern trotz ordnungsgemäßer Ladung nicht als Zeuge vor Gericht erschienen, auch der von M. als Alleintäter beschuldigte Mann soll beim nächsten Termin vernommen werden.

M. wurde nach dem Vorfall in den geschlossenen Vollzug in die JVA Siegburg geschickt. Im März kam er vorzeitig auf freien Fuß, die Reststrafe von sechs Monaten wurde zur Bewährung ausgesetzt. Der Vertreter der Jugendgerichtshilfe gab vor Gericht zu Protokoll, dass M. bereits ohne eine neuerliche Verurteilung wegen Verstößen gegen die Bewährungsauflagen „mit seiner Freiheit spielt“. Der Angeklagte habe Termine mit seiner Bewährungshelferin unentschuldigt platzen lassen, besuche nicht mehr die Anonymen Alkoholiker und nehme auch an einer berufliche Wiedereingliederungsmaßnahme nur sporadisch teil.

Quelle:
http://www.euskirchen-online.ksta.de/html/artikel/1280133203385.shtml

Neonazi Aufmarsch am 25.9.2010 in Aachen verhindern!

Neonazis der NPD Düren ( Ingo Haller, Rene Rothhannes etc.) und der „Freien Kräfte“ (Rene Laube/ KAL und die FNE sind wahrscheinlich auch dabei! ) unter Führung der Nachahmer Goebbelsfigur Axel Reitz aus Köln/Pulheim haben für den 25. September einen Aufmarsch in Aachen angekündigt. Damit wollen sie sich gegen den Bau einer Moschee in Aachen wenden und ein weiteres Mal versuchen ihren Rassismus auf die Straße zu tragen. Die Nazis haben angekündigt, im Vorfeld des Aufmarsches Infostände und Verteilaktionen in Aachen und dem Umland durchführen zu wollen. Weiterhin geben sie an, Mengen an Aufklebern und Plakaten verkleben zu wollen. Auch wenn das ja oft heiße Luft ist, heißt es natürlich Augen auf und weg mit der Nazipropaganda.

Mehr zu diesen erneuten Aufmarschversuch am 25. September 2010 von Neonazis in Aachen wird bald auf dieser Seite zu finden sein.

Zur Info:

München/Aachen/Düren/Euskirchen. Nächtliche Überfälle, Drohanrufe und Prügel: Immer mehr Menschen im Aachener/Dürener und Euskirchener Umland werden von rechtsextremen „Kameraden“ in Angst und Schrecken versetzt. „report München“ berichtete am Montag (16.8.) über die Täter und die Opfer rechtsextremer Hassattacken. Sendetermin war 22 Uhr in der ARD.

2. offener Brief an die Burg Satzvey und die Veranstalter des Mithras Garden Festival

Nach unserem offenem Brief an die Veranstalter des „Mithras Garden Festival“ und die „Burg Satzvey“ bekamen wir eine schnelle Antwort des Veranstalters des Mithras Garden Festivals. Die Burg Satzvey hat sich zu unserer E-Mail bisher noch nicht geäußert. Leider lässt das den Rückschluss zu das dort kein Interesse besteht den vorhandenen Sachverhalt zu klären. Daher rufen wir hier noch einmal gesondert die Burg Satzvey auf uns zu Antworten!

Der Veranstalter schrieb das ihm „die Künstlerauswahl sehr wichtig [ist]“ und er niemals „einen Künstler zulassen [würde] der offene sexistische, rassistische Meinungen propagiert“.
Zudem schrieb er „hasse ich persönlich politische Gewalt gegenüber Minderheiten ganz egal aus welcher Richtung sie kommt. Sehr gerne verständige ich mich mit Kim Larsen von der dänischen Band „Of the wand and the moon“. Ich bin mir sicher das er als bekennender Heide keinerlei politisch rechten motivierten Hintergrund in seiner Kunst verfolgt. Sollte das der Fall sein, hat er nichts bei unserem Festival verloren, dafür garantiere ich mit meinem Namen“.

Außerdem wurde kritisiert, dass wir anonym arbeiten.

Aufgrund der Antwort des Mithras Garden Festivals haben wir einen zweiten öffentlichen Brief verfasst, der sowohl an die Veranstalter des Festivals, als auch and die Burg Satzvey ging. Wir gehen darin auf die erhaltene Antwort ein und erläutern weitere Bedenken an der Band „Of the wand and the moon“.

Hier unser zweiter offener Brief:

Kreis Euskirchen, August 2010

Sehr geehrter Herr A.M.,

Als erstes möchten wir uns bei Ihnen für Ihre schnelle Antwort bedanken.
Wir nehmen es positiv auf, dass Sie mit uns in Diskurs treten wollen.
Wir wollen betonen, dass wir nichts gegen Sie persönlich haben und
(Sub-)Kultur unterstützen.

Um auf Ihre Frage einzugehen, warum wir anonym agieren: Antifaschist_innen sind oft Ziel neonazistischer Gewalt. Wenn wir unsere Namen angeben würden, wäre die Gefahr, angegriffen zu werden, für unsere Aktivist_innen zu groß.

In ihrer E-Mail schreiben Sie, dass Sie keinen Künstler zulassen würden,
der „offene sexistische oder rassistische Meinungen propagiert“. Wir
richten uns jedoch nicht nur gegen „offenen“ Rassismus und Faschismus,
sondern auch gegen versteckten.

Dies ist bei :Of the Wand and the Moon: der Fall.
Zum Ausdruck kommt diese versteckte faschistische Einstellung nicht nur in den benutzten Symbolen, die wir schon in unserem letzten Brief erwähnt haben, sondern auch in den Songtexten.
Immer wieder findet man dort Andeutungen an faschistisches Gedankengut.
Im Lied Hail Hail Hail (schon der Titel ist fragwürdig) taucht wiederholt das Symbol der Schwarzen Sonne auf („saw a blackflamed sun / a black speared sun“). Hierbei handelt es sich um ein eindeutig neonazistisches
Symbol, das seinen Ursprung in einem von der SS in den Nordturm der
Wewelsburg eingelassenen Sonnenrad hat.(1)

Des weiterem ist dort von Runen „covered in oak leaf“ („umrandet von
Eichenlaub“) die Rede. Das Eichenlaub ist wieder ein völkisch-deutsches
Symbol, das gerne von Neonazis benutzt wird. Auch das Lied Honour wimmelt
nur so von Andeutungen an die faschistische Ideologie. Immer wieder wird
das faschistische Ideal der Ehre (Honour) betont, es wird zum Angriff
aufgerufen („and sharpen thy daggers / let them know we‘re coming), auf
wen wird nicht klar, wahrscheinlich weil das Lied sonst indiziert werden
könnte.

Dass die Band aus Dänemark kommt, spricht nicht dagegen, dass sie den
deutschen Faschismus verehren.Schließlich gab es auch in der SS dänische
Einheiten.(2)

Übrigens arbeitet die Band auch eng mit der nationalistischen und
rassistischen Band „Der Blutharsch“ aus Österreich zusammen, deren Gründer
sich im Fanzine Black „optimistisch“ äußerte, „dass die Währungsunion
nicht stattfinden wird…, sich die EU im neuen Jahrtausend wieder
auflösen, und unser Kontinent hoffentlich wieder aus Nationalstaaten
bestehen wird, und die Migration endlich gestoppt wird.” (3)

Angesichts von 6 Mio. toten Jüdinnen und Juden und 150 Todesopfern
rassistischer und faschistischer Gewalt, auch angesichts der rasant
wachsenden Neonazi-Szene im Kreis Euskirchen ist es für uns nicht
akzeptabel, wenn faschistische Bands ganz selbstverständlich auftreten
dürfen.

Solange sich Kim Larsen und seine Band nicht eindeutig von Faschismus,
Rassismus und Antisemitismus distanzieren und ihre Zusammenarbeit mit dem
„Blutharsch“ aufgeben, fordern wir Sie auf, die Band nicht auf Ihrem
Festival auftreten zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen,

AFA Euskirchen/Eifel
>>www.antifa-euskirchen.tk

1 http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_Sonne
2 http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%A4nische_SS-Einheiten
3 http://www.turnitdown.de/208.html

ACHTUNG! Mithras Festival Burg Satzvey 29.09.2010 – Veranstalter, Burg Satzvey und die Band „Of The Wand And The Moon“ muss Stellung beziehen!

Kreis Euskirchen, August 2010

Of The Wand And The Moon“ muss Stellung beziehen!

Sehr geehrte Veranstalter_innen des Mithras-Garden-Festival, sehr geehrte Burg Satzvey,

Wir, die Antifa Euskirchen/Eifel, sehen den geplanten Auftritt des dänischen Musikers Kim Larsen alias :Of The Wand And The Moon: auf der Burg Satzvey sehr kritisch, da er immer wieder Symbole mit nationalsozialistischem Hintergrund benutzt.

OTWATN - Sonnenheim Cover CD/LPCover des Albums „Sonnenheim“ von der Band Of The Wand And The Moon

Auf dem Cover des Albums Sonnenheim sieht man z.B. ein Keltenkreuz, welches in einer leicht abgeänderten Version, dem gleichschenkligen Keltenkreuz, von neonazistischen Gruppierungen wie der White-Power-Bewegung benutzt wird und in Deutschland verboten ist. (1*) Im Schriftzug Sonnenheim ist zudem das O durch die Odal-Rune ersetzt. Diese Rune wurde u.a. im 2. Weltkrieg von der Hitler-Jugend und in der Nachkriegszeit von neonazistischen und rassistischen Gruppen wie der Wiking-Jugend und dem Bund Nationaler Studenten benutzt, die beide verboten sind.(2*)

Ã�rmelsteifen SSÄrmelstreifen der SS (Bildquelle Wikipedia)

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:%C3%84rmelstreifen_und_-abzeichen_der_SS.jpg&filetimestamp=20040725182158

Zudem ist der Streifen mit der Schriftzug :Of The Wand And The Moon: den Ärmelstreifen der SS nachempfunden.(3*)

Kim Larsen in Nazioutfit!Selbstdarstellung Kim Larsens auf seiner Internetseite

Ein anderes Beispiel: Auf der Internetseite von :Of The Wand And The Moon: findet man ein Bild von Kim Larsen mit einem Anhänger in Form einer Lebensrune und einer Lebensrune auf dem Hemd.(4*) Die Lebensrune ist ebenfalls ein Symbol der Nazis. So wurde sie in der NS-Zeit an Stelle des üblichen Zeichens für das Geburtsdatum (*) benutzt, außerdem war sie ein Symbol des von der SS getragenen Lebensborn. Auch heute wird sie noch von neonazistischen Organisationen wie der Allgermanischen Heidnischen Front verwendet.(5*)

Wer derart mit offensichtlichen nationalsozialistischen Symbolen spielt, muss sich öffentlich vom Nationalsozialismus distanzieren. Andernfalls entstehen Mischszenen, die Nazis anziehen und in denen sie geduldet werden.

Da das Konzert erst am 25.9.2010 stattfindet, geben wir Ihnen Gelegenheit, den Sachverhalt bis zum 29.08.2010 zu klären.

Wir erwarten von Ihnen und von :Of The Wand And The Moon: eine eindeutige antifaschistische und antirassistische Stellungnahme!
Wir dulden keine Art von Faschismus, Rassismus, Sexismus und Antisemitismus!
Weder in der Eifel noch sonst irgendwo!

Antifa Euskirchen / Eifel

(1*) http://de.wikipedia.org/wiki/Keltenkreuz#.C3.84hnliches_Symbol_in_der_rechtsextremen_Szene
(2*) http://www.netz-gegen-nazis.de/lexikontext/die-odal-rune
(3*) http://de.wikipedia.org/wiki/Uniformen_der_SS
(4*) http://www.ofthewandandthemoon.dk/images/gallery/portrait_sonnenheim_large.jpg
(5*) http://de.wikipedia.org/wiki/Elhaz