2. offener Brief an die Burg Satzvey und die Veranstalter des Mithras Garden Festival

Nach unserem offenem Brief an die Veranstalter des „Mithras Garden Festival“ und die „Burg Satzvey“ bekamen wir eine schnelle Antwort des Veranstalters des Mithras Garden Festivals. Die Burg Satzvey hat sich zu unserer E-Mail bisher noch nicht geäußert. Leider lässt das den Rückschluss zu das dort kein Interesse besteht den vorhandenen Sachverhalt zu klären. Daher rufen wir hier noch einmal gesondert die Burg Satzvey auf uns zu Antworten!

Der Veranstalter schrieb das ihm „die Künstlerauswahl sehr wichtig [ist]“ und er niemals „einen Künstler zulassen [würde] der offene sexistische, rassistische Meinungen propagiert“.
Zudem schrieb er „hasse ich persönlich politische Gewalt gegenüber Minderheiten ganz egal aus welcher Richtung sie kommt. Sehr gerne verständige ich mich mit Kim Larsen von der dänischen Band „Of the wand and the moon“. Ich bin mir sicher das er als bekennender Heide keinerlei politisch rechten motivierten Hintergrund in seiner Kunst verfolgt. Sollte das der Fall sein, hat er nichts bei unserem Festival verloren, dafür garantiere ich mit meinem Namen“.

Außerdem wurde kritisiert, dass wir anonym arbeiten.

Aufgrund der Antwort des Mithras Garden Festivals haben wir einen zweiten öffentlichen Brief verfasst, der sowohl an die Veranstalter des Festivals, als auch and die Burg Satzvey ging. Wir gehen darin auf die erhaltene Antwort ein und erläutern weitere Bedenken an der Band „Of the wand and the moon“.

Hier unser zweiter offener Brief:

Kreis Euskirchen, August 2010

Sehr geehrter Herr A.M.,

Als erstes möchten wir uns bei Ihnen für Ihre schnelle Antwort bedanken.
Wir nehmen es positiv auf, dass Sie mit uns in Diskurs treten wollen.
Wir wollen betonen, dass wir nichts gegen Sie persönlich haben und
(Sub-)Kultur unterstützen.

Um auf Ihre Frage einzugehen, warum wir anonym agieren: Antifaschist_innen sind oft Ziel neonazistischer Gewalt. Wenn wir unsere Namen angeben würden, wäre die Gefahr, angegriffen zu werden, für unsere Aktivist_innen zu groß.

In ihrer E-Mail schreiben Sie, dass Sie keinen Künstler zulassen würden,
der „offene sexistische oder rassistische Meinungen propagiert“. Wir
richten uns jedoch nicht nur gegen „offenen“ Rassismus und Faschismus,
sondern auch gegen versteckten.

Dies ist bei :Of the Wand and the Moon: der Fall.
Zum Ausdruck kommt diese versteckte faschistische Einstellung nicht nur in den benutzten Symbolen, die wir schon in unserem letzten Brief erwähnt haben, sondern auch in den Songtexten.
Immer wieder findet man dort Andeutungen an faschistisches Gedankengut.
Im Lied Hail Hail Hail (schon der Titel ist fragwürdig) taucht wiederholt das Symbol der Schwarzen Sonne auf („saw a blackflamed sun / a black speared sun“). Hierbei handelt es sich um ein eindeutig neonazistisches
Symbol, das seinen Ursprung in einem von der SS in den Nordturm der
Wewelsburg eingelassenen Sonnenrad hat.(1)

Des weiterem ist dort von Runen „covered in oak leaf“ („umrandet von
Eichenlaub“) die Rede. Das Eichenlaub ist wieder ein völkisch-deutsches
Symbol, das gerne von Neonazis benutzt wird. Auch das Lied Honour wimmelt
nur so von Andeutungen an die faschistische Ideologie. Immer wieder wird
das faschistische Ideal der Ehre (Honour) betont, es wird zum Angriff
aufgerufen („and sharpen thy daggers / let them know we‘re coming), auf
wen wird nicht klar, wahrscheinlich weil das Lied sonst indiziert werden
könnte.

Dass die Band aus Dänemark kommt, spricht nicht dagegen, dass sie den
deutschen Faschismus verehren.Schließlich gab es auch in der SS dänische
Einheiten.(2)

Übrigens arbeitet die Band auch eng mit der nationalistischen und
rassistischen Band „Der Blutharsch“ aus Österreich zusammen, deren Gründer
sich im Fanzine Black „optimistisch“ äußerte, „dass die Währungsunion
nicht stattfinden wird…, sich die EU im neuen Jahrtausend wieder
auflösen, und unser Kontinent hoffentlich wieder aus Nationalstaaten
bestehen wird, und die Migration endlich gestoppt wird.” (3)

Angesichts von 6 Mio. toten Jüdinnen und Juden und 150 Todesopfern
rassistischer und faschistischer Gewalt, auch angesichts der rasant
wachsenden Neonazi-Szene im Kreis Euskirchen ist es für uns nicht
akzeptabel, wenn faschistische Bands ganz selbstverständlich auftreten
dürfen.

Solange sich Kim Larsen und seine Band nicht eindeutig von Faschismus,
Rassismus und Antisemitismus distanzieren und ihre Zusammenarbeit mit dem
„Blutharsch“ aufgeben, fordern wir Sie auf, die Band nicht auf Ihrem
Festival auftreten zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen,

AFA Euskirchen/Eifel
>>www.antifa-euskirchen.tk

1 http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_Sonne
2 http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%A4nische_SS-Einheiten
3 http://www.turnitdown.de/208.html