:Of the Wand and the Moon: tritt nicht in Satzvey auf!

In den vergangenen Wochen haben wir den Veranstalter_innen des Gothic-Festivals Mithras-Garden zweimal in einem öffentlichen Brief unsere Bedenken bezüglich der dänischen Neo-Folk-Band :Of the Wand and the Moon: erklärt (siehe hier und hier), da diese nicht nur Symbole mit eindeutig nationalsozialistischem Hintergrund verwendet, sondern auch eng mit der nationalistischen und rassistischen Band Der Blutharsch aus Österreich zusammenarbeitet.
Wir forderten die Veranstalter_innen auf, den Auftritt der Band abzusagen, solange sich deren Frontmann Kim Larsen nicht eindeutig von Faschismus, Rassismus und Antisemitismus distanziert.

Mittlerweile wurde der Auftritt der Band auf der Burg Satzvey tatsächlich gecancelt, in ihrer Erklärung schreiben der Veranstalter Axel Menz und Marc Schwarz, der Verantwortliche der Burg Satzvey:

Sehr geehrte Damen und Herren der AntiFa Euskirchen,

gemeinsam haben wir, die Veranstalter und die Verantwortlichen der Burg Satzey in Absprache mit dem Musiker Kim Larsen der dänischen Band „Of the wand and the moon“ uns entschieden das „Of the wand and the moon“ nicht in Burg Satzvey spielen wird.
Kim Larsen hat dem Veranstalterteam eine Erklärung abgegeben die wir ihnen im Anhang weiterreichen.
Hieraus erklärt er seine Position zur Verwendung der von Ihm verwendeten Runen und seine künstlerische Position.
Unabhängig von der Position des Künstlers steht für uns fest das wir es nicht verantworten können in eine Situation zu geraten die sowohl für den Veranstalter und Veranstaltungsort untragbar ist. Wir sind mit Ihnen einer Meinung, dass jegliche „spielen“ mit Symbolik oder Gedankengut aus dieser furchtbaren Zeit nicht geduldet werden kann! Man beleidigt damit das Andenken an die unzähligen Tote aus diesem Krieg und der Verfolgung von Gruppierungen aufgrund deren Herkunft, Religion oder Weltansicht. Dies darf nicht sein! Außerdem geht es um die Sicherheit und Unversehrtheit der teilnehmenden Künstler und Besucher. Darüber hinaus möchten wir noch einmal klar formulieren, dass wir als Veranstalterteam in keiner Weise mit den von Ihnen angebrachten Informationen in Verbindung gebracht werden möchten.
Wir können nur noch einmal betonen, dass wir zur Demokratie stehen und uns jegliche Art von Faschismus, Rassismus und Nationalismus zuwider ist. Wir werden das Festival nutzen, um diese Position noch einmal unmissverständlich klar zumachen. […]

Vielen Dank für Ihre Mitarbeit.

Marc Schwarz Burg Satzvey
Axel Menz Veranstalter

Im Brief von Kim Larsen an die Burg Satzvey schreibt der Musiker:

Dear Sir,
It has come to my knowledge that there has been some contact by Antifa, regarding my person and music.
Well, I can simply say that I have never had anything to do with politics, right wing or left wing for that matters,nor have the desire to in the future.
The use of runes in my artwork are strictly personal and is not used to promote ideoligies.
As a sidenote I can add that I have worked with jews, communists and marxists with my music,
but I never judged them because of their religion og political beliefs, solely by the nature of their character.
Lastly, if I ever suspected the organizer to be a nazi,
then I would never have accepted his offer to play on these concerts.
I find it sad that these people who contacted you didin‘t contact me before,
as I would have told them the exact same thing that I just wrote you.
Hope this will clear things, or if you have any questions feel free to write.
All the best

Auf deutsch:

Sehr geehrte Herren,
Ich habe mitbekommen, dass die Antifa Sie wegen meiner Person und meiner Musik kontaktiert hat.
Ich kann sagen, dass ich nie etwas mit Politik zu tun hatte, weder mit rechter noch mit linker, und ich habe es auch nicht vor in der Zukunft zu tun.
Die Runen benutze ich aus rein persönlichen Gründen und nicht um irgendwelche Ideologien zu unterstützen.
Übrigens kann ich hinzufügen, dass ich mit Juden/Jüdinnen, Kommunist_innen und Marxist_innen musikalisch zusammengearbeitet habe, ohne sie aufgrund ihrer Religion oder politischen Weltanschauung beurteilt zu haben, sondern nur aufgrund der Natur ihres Charakters.
Schließlich hätte ich, wenn ich den Veranstalter verdächtigt hätte ein Nazi zu sein, nie auf seinen Konzerten gespielt hätte.
Ich finde es traurig, dass diese Leute, die Sie kontaktiert haben, nicht mich zuerst kontaktiert haben, ich hätte ihnen das selbe erklärt, was ich gerade geschrieben habe.
Ich hoffe, ich konnte den Sachverhalt klären oder ansonsten, wenn Sie irgendwelche Fragen haben, schreiben Sie mir.
Alles Gute

Auch wenn Kim Larsen in dieser Erklärung abstreitet, rechts zu sein, begrüßen wir die Entscheidung der Veranstalter_innen. Schließlich ist Kim Larsen auf viele Kritikpunkte nicht eingegangen. Die Runen mag er zwar wegen der ursprünglichen Bedeutung in der nordischen Mythologie benutzen, doch was ist mit den SS-Ärmelstreifen oder der Schwarzen Sonne, die ganz klar nationalsozialistischen Ursprungs sind? Und wenn Kim Larsen nicht mit Nazis zusammenarbeiten würde, warum arbeitet er dann mit der österreichischen Band Der Blutharsch zusammen, deren Frontmann eindeutig rassistisch und nationalistisch eingestellt ist?

Die Absage des Auftritts von :Of the Wand and the Moon: können wir als großen Erfolg antifaschistischer und konstruktiver Arbeit in der Eifel verbuchen. Wir wären auch bereit gewesen, die Kritikpunkte mit Kim Larsen genauer zu klären, was jedoch nach der Absage überflüssig wurde.

Ein bisschen irritiert sind wir jedoch, dass der Auftritt von :Of the Wand and the Moon: zwar auf Burg Satzvey gecancelt wurde, die Band jedoch laut der Internetseite des Mithras-Garden-Festival trotzdem noch auf dem Festival in Löbau auftreten wird.
Das lässt darauf schließen, dass Axel Menz die Band nur halbherzig abgesagt hat und der Druck vor allem von Seiten der Verantwortlichen auf Burg Satzvey kam. Darüber hinaus haben die Veranstalter_innen nicht öffentlich erklärt, warum :Of the Wand and the Moon: abgesagt wurde, es wurde schlicht das Programm auf der Internetseite geändert.

Wir hoffen, dass unsere Genoss_innen in Löbau der Sache weiter nachgehen werden!

Wir fordern die Veranstalter_innen und die Burg Satzvey auf, öffentlich Stellung zu :Of the Wand and the Moon: zu beziehen!


2 Antworten auf „:Of the Wand and the Moon: tritt nicht in Satzvey auf!“


  1. 1 Schwarzer Zucker 05. September 2010 um 23:00 Uhr

    Herzlichen Glückwunsch zu euer Arbeit!Gutes Dingen!

    Grüße aus dem Ruhrgebiet!

    Schwarzer Zucker

  1. 1 G[r]auzone: Neurechter Neofolker doch nicht auf Burg Satzvey – aber weiter in Löbau « Klarmanns_Welt Pingback am 06. September 2010 um 8:18 Uhr
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