Archiv für März 2011

Zug der Erinnerung in der Eifel mit Schleiden und Hellenthal

Am 7. und 8. April 2011 legt der ´Zug der Erinnerung´ einen zweitägigen Aufenthalt in Schleiden/Hellenthal in der Region Eifel ein. Während dieser Zeit haben interessierte Bürgerinnen und Bürger und Schulklassen Gelegenheit, die Ausstellung zu Kinderdeportationen aus Deutschland und Europa im Nationalsozialismus zu besuchen.

Vorher finden Recherchen über deportierte Kinder aus der Eifel statt. Für die Ergebnisse der Recherche sind Plakatflächen im Zug reserviert. Ziel ist eine Bestärkung und Erneuerung des Bewusstseins in unserer Region für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte für alle Bürgerinnen und Bürger.

Infoflyer Zug der Erinnerung als PDF zum downloaden.

Um eine breite gesellschaftliche und überparteiliche Akzeptanz und entsprechende Öffentlichkeitsarbeit zu erreichen, wird ein breites gesellschaftliches Bündnis angestrebt.

Der Zug der Erinnerung ist eine ‚rollende Ausstellung‘ in Deutschland und Polen, die seit 2007 an die Deportation von mehreren hunderttausend Kindern aus Deutschland und dem übrigen Europa auf dem Schienennetz, mit dem Personal und rollendem Material der damaligen Reichsbahn in die nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager erinnert.

Kinder in Auschwitz-Birkenau

Der ‚Zug der Erinnerung‘ besteht aus mehreren Waggons, in denen die Geschichte der europäischen Deportationen in beispielhaften Biografien nacherzählt wird. Ob aus Skandinavien oder aus Südgriechenland: Über Tausende Kilometer verschleppten die SS, das Reichsverkehrsministerium und die ‚Deutsche Reichsbahn‘ über 1 Million Kinder und Jugendliche. Die Fotos der Opfer und ihre letzten Briefe, die sie aus den ‚Reichsbahn‚-Waggons warfen, stehen für das Los der Millionen, die in den Konzentrations- und Vernichtungslager ermordet wurden. (Siehe dazu das Auschwitz-Album)

Träger in der Region Eifel sind:

    * Der Regionale Pastoralrat
    * Der Kreis Euskirchen
    * Die Stadt Schleiden
    * Die Gemeinde Hellenthal
    * GDG Schleiden-Hellenthal
    * Ev. Trinitatiskirchengemeinde Schleidener Tal
    * GHS Hellenthal
    * Kirche im Nationalpark – Forum Vogelsang
    * Telefonseelsorge Aachen/Eifel
    * Kath. Forum f. Erwachsenen- und Familienbildung Düren-Eifel
    * SPD – Schleiden
    * BuBI – Bahn und Businitiative Schleidener Tal e.V.
    * Judith H. ( Arbeitskreis Geschichte der Juden im Tal, Hellenthal )
    * Art Eifel e.V. für Kultur und Jugenszenen
    * Clara Fey Gymnasium Schleiden
    * AG Forschen – Entdecken – Erinnern der Hauptschule Mechernich
    * KOT POINT Hellenthal
    * BDKJ Regionalverband Eifel
    * Kolosseum Gemünd
    * Antifa Eifel
    * Antifa Euskirchen
    * Bündnis Eifel-Gegen-Rechts
    * DGB-Region NRW Süd-West
    * Landschaftsverband Rheinland

Quelle: http://zug-der-erinnerung-im-bistum-aachen.de/surf/seiten/regionale-haltepunkte/eifel-mit-schleiden-und-hellenthal

Flyer Zug der Erinnerung als PDF hier.

Edelweisspiraten Zeitzeugen Gespräch in Herhahn Sportlerheim am 26.03.2011 ab 16.00 Uhr!

EdelweissDie Antifa Euskirchen/Eifel veranstaltet am 26.03.2011 in Herhahn im Sportlerheim ein Zeitzeugen Gespräch mit einem der letzten Edelweisspiraten aus Köln-Lindenthal.
Ort: Sportlerheim Herhahn, Sportplatz Ecke L207/Einruhrer Str.
Datum: Samsatag 26.03.2011
Zeit: 16 Uhr

Es sind Mitglieder und Anhänger von rechtsextremen, rassistischen und neofaschisten Parteien und Organisationen von der Teilnahme ausgeschlossen.

Wer waren die Edelweißpiraten

Unangepasste Jugendliche, die sich weigerten, der Gängelung in der Hitlerjugend unterzuordnen, schlossen sich in der NS-Zeit oft zu losen Gruppen zusammen. Im Rheinland nannten sich solche Gruppen häufig „Edelweißpiraten“, in einigen Fällen auch „Navajos“

Kölner „Edelweißpiraten“ um 1942 an der Liesenberger Mühle Die Jugendpolitik des Nationalsozialismus, die beabsichtigte, alle Kinder und Jugendlichen in die Hitlerjugend hineinzuzwängen, um sie dort nach Geschlechtern getrennt ideologisch zu indoktrinieren und militärisch zu drillen, rief bei manchen Jugendlichen Protest und Widersetzung hervor. Dies galt insbesondere für Jugendliche aus Arbeiterkreisen und aus der Bündischen Jugend.

Edelweisspiraten Flugblatt WuppertalVor allem in den Städten tauchten nach 1933 lose Zusammenschlüsse von Jugendlichen auf, die ihre unangepasste Haltung durch betont lässige Kleidung, auffällige Frisuren, Hören von „undeutscher“ Musik oder durch gemeinsame gesellige Unternehmungen (besonders Freizeitfahrten) von Jungen und Mädchen demonstrierten. Eines der Erkennungsmerkmale dieser Jugendlichen war, besonders im Rheinland, ein Edelweißabzeichen, das unterm oder am Jackenaufschlag getragen wurde.

Handschriftliches Flugblatt von Wuppertaler EdelweißpiratenDie Verweigerungshaltung führte bald zu Konflikten mit der HJ. Bisweilen kam es sogar zu offenen Straßenschlachten zwischen dem Streifendienst der HJ und den Jugendgruppen. Einige Jugendliche gingen – allerdings erst später unter den chaotischen Bedingungen der Endkriegsphase – weiter und verübten Sabotageakte auf Rüstungsbetriebe oder Anschläge auf NSDAP-Funktionäre.

Köln, öffentliches Henken von elf Ost-Zwangsarbeitern 25. Oktober 1944. Es kam zur pauschalen Kriminalisierung der widerständigen Jugendlichen durch die NS-Verfolgungsbehörden, die sich beispielsweise 1944 in der Herausgabe von „Richtlinien zur Bekämpfung jugendlicher Cliquen“ niederschlug. Bekanntestes Beispiel dieser Kriminalisierung ist die Verhaftung von Kölner Jugendlichen, die als „Edelweißpiraten“ bezeichnet und im Oktober 1944 ohne Gerichtsverfahren öffentlich an der Ecke der Schönsteinstraße/Venloer Straße gehängt wurden.

Ähnlich endeten mehrere Edelweißpiraten, zusammen mit Zwangsarbeitern.Nach dem Krieg wurden die Edelweißpiraten lange nicht als Widerstandskämpfer anerkannt und von der deutschen Justiz bis in die siebziger Jahre hinein als Kriminelle betrachtet.

[nach: Bedürftig, Drittes Reich und Zweiter Weltkrieg. Das Lexikon, S. 128f]

Mahnmal für die durch SS und Gestapo gehängten Ehrenfelder Edelweisspiraten am Bahnhof Ehrenfeld in Köln

Mahnmal für die Ehrenfelder Edelweisspiraten am Bahnhof Ehrenfeld in Köln

Mahnmal für die Ehrenfelder Edelweisspiraten am Bahnhof Ehrenfeld in Köln

Mahnmal für die Ehrenfelder Edelweisspiraten am Bahnhof Ehrenfeld in Köln

Mahnmal für die Ehrenfelder Edelweisspiraten am Bahnhof Ehrenfeld in Köln

Musik des Rapper Chaoze One feat. Lotta C. über die Edelweisspiraten


Chaoze One feat. Lotta C.- Edelweisspiraten bleiben treu!

Aufruf: Demonstartion gegen Polizeigewalt am 19.03.2011 in Dortmund – Gegen Staat, Repression und Polizeigewalt – 15. internationaler Tag gegen Polizeigewalt

Wir wollen nun zum zweiten Mal, und nicht nur spontan, in Dortmund demonstrieren, um polizeiliche Repression aufzuzeigen, zu kritisieren und gegen diese zu agieren. Die brutalen Bilder von Stuttgart 21 oder dem Castortransport geben ganz aktuell Anlass dazu. Hier der Aufruf!

Warum nutzt der Staat das Mittel der polizeilichen Brutalität?

Die Polizei stellt einen Teil des Gewaltmonopols „Staat“. Wer die vom Staat gewährten Freiheiten überschreitet und damit dessen Gewaltmonopol angreift, gerät mit diesem in Konflikt. Um jenen beizulegen, greift der Staat auf eine ausführende Gewalt zurück, die dann notfalls mit aller Härte zum Einsatz kommt.

Gewalt durch Polizisten, unter der besonders Antifaschist_Innen, Globalisierungsgegner_Innen, aber auch Fußballfans, Bürgerinitiativen, Jugendliche und soziale Randgruppen zu leiden haben zeigt sich in vielen Varianten. Von Gewaltandrohungen, Schlägen mit Faust oder Schlagstock, Fußtritten, Reizgas, Wasserwerfern oder Folter beim Verhör oder in der Zelle wird regelmäßig Gebrauch gemacht .

International sehen diese Mittel noch schlimmer aus – es wird scharf geschossen.
Wir gedenken dem 22-jährigen G8-Gegner Carlo Giuliani, auf dessen Erschießung im Jahr 2001 in Italien Polizisten und Politiker mit Sekt anstoßen. Wir gedenken Alexandros Grigoropoulos, dem 15-jährigen Anarchisten der 2008 in Athen erschossen wurde und dessen Tod riesige Proteste und Ausschreitungen zu Folge hatte. Wir gedenken allen Menschen, die im Glauben an eine bessere Welt von der Exekutive einer Regierung ermordet wurden.

Doch die Polizei geht nicht nur gegen politische Aktivisten mit Gewalt vor. Auch soziale Randgruppen wie MigrantInnen, Obdachlose oder Drogensüchtige haben unter Polizeibrutalität zu Leiden. So verstarb im Juni 2010 ein türkischer Mitbürger in Dortmund, an den Folgen des Pfeffersprayeinsatzes eines Polizeibeamten.

Die uniformierten Schläger werden juristisch so gut wie nie zur Rechenschaft gezogen, da sich KollegInnen untereinander decken, und die Justiz sie schützt. Der Grund dafür ist, dass die Polizei ihre Macht durch die Akzeptanz der Bürger erhält. Darum dürfen diese ihr Vertrauen in die Institution Polizei nicht verlieren.

Gewalt setzt Interessen durch

Gesetze, die der Staat in seinem eigenen Interesse erlässt und durchsetzt, stehen nicht selten im Konflikt zu unseren eigenen Interessen. Inwieweit die Polizei auch praktisch durchgreift, durften nicht zuletzt Gegner des bereits erwähnten Bahnhofprojekts Stuttgart 21 erfahren.
In Folge einer Baustellenblockade bediente sich die Polizei altbewährten Mitteln wie Wasserwerfern, Pfefferspray, Knüppelschlägen, Fausthieben und Fußtritten, um die anwesenden Demonstranten an „illegalen“ Aktivitäten zu hindern. Zwar erlebt dieser Vorfall in Presse und Medien enormes Aufsehen, doch stellen diese Vorfälle keinesfalls einen Ausnahmefall, geschweige denn eine Erstmaligkeit dar.
Die radikale Linke beispielsweise sieht sich seit jeher genau den gleichen Mitteln der polizeilichen Repression ausgesetzt, doch scheinbar erachtet die breite Bevölkerung dies teilweise als notwendig und gerechtfertigt. Dabei wird darüber hinweggesehen, dass es der Sache nach in beiden Fällen das Selbe ist; Die Polizei geht gewaltvoll gegen Leute vor, die gerade etwas machen, das in Augen des Staates gerade nicht legal oder im Augenblick nicht erwünscht ist.
So sind es in Stuttgart Kapitalinteressen, vom Standortanreiz geschaffen, die darauf bestehen, den Bau des Bahnhofs möglichst störungsfrei zu vollziehen. Stellt sich dem jemand in den Weg, agiert der Exekutivkörper notfalls mit allen Mitteln.
Das angewandte Prinzip bleibt stets:
Wer dem bestehenden Rechtsstaat in die Quere kommt, erfährt die staatliche Gewalt am eigenen Leib.

Die Behauptung, die von vielen Gruppen und Menschen nach der Repression in Stuttgart geäußert wurde, dass hier keine rechtsstaatlichen Zustände mehr vorlägen, ist nicht korrekt. Denn genau diese rigorose Durchsetzung von vorgegebenen Gesetzen sind charakteristisch für einen Rechtsstaat.

Sicherlich wäre es dienlich, polizeiliche Kennzeichnung einzufordern, jedoch würde dies lediglich eine Verbesserung, und keine fundamentale Veränderung der hier vorherrschenden Machtverhältnisse, darstellen. Repression staatlicherseits lässt sich so sicherlich nicht aufheben. Dafür ist eine kämpferische und solidarische Bewegung notwendig.

Mit unserer Demonstration wollen wir auf die hier vorliegenden Verhältnisse aufmerksam machen und zu Kritik und Widerstand auffordern. Außerdem wollen wir uns mit den weltweiten Opfern von staatlicher Repression solidarisieren.

Wann: 19. März 2011
Wo:Dortmund Hauptbahnhof, Demobeginn 15.00 Uhr
Mehr Infos: http://ajdortmund.blogsport.de/polizeidemo/

Mehr Infos über aktuelle Polizeigewalt bei No Justice No Peace! http://nojusticenopeace.blogsport.eu/

1911 – 2011 !!! 100 Jahre Achter März! Internationaler Frauentag!

1911-2011 - 100 Jahre Internationaler Frauentag!

Aufruf zum Internationalen Frauentag 2011: Im Jahr 1911 fand im Zuge der „Ersten Frauenbewegung“ auf Vorschlag der Sozialistin Clara Zetkin in Deutschland zum ersten Mal der „Internationale Frauentag“ statt. Die Forderungen bezogen sich damals auf das Wahlrecht, Lohngleichheit, Mutterschutz, Arbeitszeitverkürzung (8-Stunden-Tag) und Mindestlöhne. Im Zentrum der Frauenbewegung stand auch der Kampf gegen Militarisierung und Krieg.

Nach und nach konnten die Frauen ihren Anspruch auf Gleichheit vor dem Gesetz erkämpfen: Das Wahlrecht 1918, erste Gleichstellung von Ehefrauen 1958, seit 1977 dürfen Ehefrauen Arbeitsverträge schließen, erst seit 2004 ist die Vergewaltigung in der Ehe ein Offizialdelikt.

Die Männerdominanz in Wissenschaft, Politik und Wirtschaft besteht bis heute. Die Debatte um die Frauenquote in Aufsichtsräten von Wirtschaftsunternehmen zeigt aber, dass diese Männerräume zunehmend hinterfragt werden. Wir setzen uns grundsätzlich für die Quote als Instrument zur Durchsetzung von Frauenrechten ein. Dazu gehörten Forschung und Lehre, Ministerien und Verwaltungen und nicht zuletzt auch die Parteien und Parlamente.

Um Lohngleichheit, den Mindestlohn und allgemeine Arbeitszeitverkürzung als Voraussetzung für eine unabhängige Existenz ringen wir noch heute, und die Steuerbegünstigung der sogenannten „Hausfrauenehe“ durch das Ehegattensplitting besteht fort. 23% liegt das Lohnniveau der Frauen unter dem der Männer, und die Aufwertung von „Frauenberufen“ wie Erzieherin oder Hebamme ist ein dringendes politisches Ziel.

Die erste Welle der Frauenbewegung wurde in Deutschland durch den Faschismus fast vollständig zerschlagen, und die Ideologie von der deutschen Hausfrau und Mutter wirkte in den Köpfen nach 1945 lange weiter.

Erst mit der Revolte von 1968 begann auch die Frauenbewegung erneut zu entstehen. Mit dem „Frankfurter Tomatenwurf“ am 13.9.1968 auf Funktionäre des Studierendenverbands SDS begann der Kampf gegen die Verbannung der Frauen und der Fragen von Haus- und Sorgearbeit ins Private. Am 6. Juni 1971 outeten sich Frauen über den „Stern“ mit „Wir haben abgetrieben“. Der Kampf gegen den § 218 und um die Selbstbestimmung über den weiblichen Körper wurde ein gesellschaftspolitisches Thema. Die Frauenbewegung der siebziger und achtziger Jahre prangerte den alltäglichen Sexismus an, der die Frauen als Körper und die Körper als Ware abstempelt. „Schönheits“wahn und sexuelle Ausbeutung wurden ebenso kritisiert wie die Reduzierung der Frauen auf Kinder, Küche, Kirche. In den 80er Jahren entstanden die ersten Frauenhäuser als Zufluchtsstätten für Frauen und Kinder vor häuslicher Gewalt.

Von sexualisierter Gewalt sind heute etwa 25% aller Frauen betroffen, und nach wie vor findet diese zu einem hohen Prozentsatz durch den Partner in den eigenen vier Wänden statt. Die Frauenhäuser ringen derweil um ihre Existenz, und die inzwischen erhobenen Tagessätze können sich manche Frauen schlicht nicht leisten.

Im Zuge der Entwürdigung unter den Hartz-Gesetzen werden inzwischen Schwangere zu gesundheitsschädlicher Arbeit gezwungen oder bekommen die Mittel zum Überleben entzogen. Wir werden uns dagegen entschieden wehren.

Wir haben weiterhin viel zu tun auf dem Weg für Existenz sichernde Arbeit, für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung, kurz die Freiheit der Frauen.

Neben dem Kampf um eine sichere Existenz, Gewaltfreiheit und umfassende Gleichberechtigung geht es heute vor allem um die Verteilung der Ressource Zeit. Arbeitszeit, Familienzeit, Freizeit, und Zeit für gesellschaftliche Mitbestimmung müssen umverteilt und zwischen den Geschlechtern gerecht verteilt werden.Gemeinsam und solidarisch kämpfen wir weiter:

Kein Stück vom Kuchen sondern die ganze Bäckerei!

Der Text ist von LISA http://www.lisa-frauen.de/