Archiv für Juli 2011

Sa. 30.7. Köln: Nazi-Kundgebung verhindern!

Update 29. Juli: (13:10hr)

Ladet eure Freund_innen bei Facebook ein: https://www.facebook.com/event.php?eid=178759558856860

Update 29. Juli: (10:15Uhr)
Jetzt gibt’s auch noch nen Jingle:

Wat, Samstag Nazis in Kölle? Und nu? Aufstand, was sonnst!

Für diesen Samstag rufen kameradschaftlich organisierte Faschist_innen konspirativ zu einer angemeldeten aber öffentlich nicht bekanntgegebenen Kundgebung für Wiedereinführung der Todesstrafe auf, die ab 15 Uhr auf der Domplatte abgehalten werden soll. Trotz offizieller Anmeldung ist von Seiten der Bullen dazu nichts veröffentlicht worden. Anscheinend versuchen sowohl Bullen als auch Nazis so antifaschistische Gegenaktionen zu vermeiden. Diese neue und produktive Zusammenarbeit und ihre Folgen konnte bereits in Berlin-Kreuzberg bestaunt werden, als unteranderem Nazis ungehindert von ihren Bodyguarts in Grün zahlreiche Antifaschist_innen krankenhausreif schlugen.

Derweil geht der faschistische Terror weiter:

  • Ende Juni ereignen sich in einer einzelnen Nacht mehrere Brandanschläge von Faschist_innen auf linke Objekte in Berlin. Derweil geht die Kriminalisierung von linken Strukturen in Berlin, Sachsen & Brandenburg weiter.
  • Mitte Juli greifen Nazis das Camp von alternativen Jugendlichen am Rudolfplatz in Köln an. Zwei Personen müssen im Krankenhaus behandelt werden. Die Kameradschaft Köln jubelt, die Bullen machen nix.
  • Ende Juli wird in Leverkusen ein Brandanschlag auf ein Haus von Sinti und Roma verübt, gegen die ein Jahr zuvor “pro NRW” eine antiziganistische Kampagne gefahren hat. Die Bullen haben keinen Plan.

Und dies sind nur drei Beispiele der widerwärtigen Aktionen der völkischen Freaks.

Enough is enough! Gegen den faschistischen Terror und seine demokratische Betreuung hilft nur der selbstorganisierte antifaschistische Selbstschutz.

Verschiedene antifaschistische Gruppen und Einzelpersonen rufen dazu auf am Samstag, den 30. Juli, pünktlich um 14:30 auf dem Bahnhofvorplatz sich zu versammeln und gemeinsam dem faschistischen Terror Einhalt zu gebieten.

Heraus zur antifaschistischen Aktion!

30. Juli, Köln: Für einen anständigen Aufstand!

Alle aktuellen Infos auf:

Kundgebung gegen „Pro Köln/NRW“

Kundgebung zu den Attentaten in Oslo:
Freitag, 29. Juli, 18 Uhr
Vor dem Büro von “Pro Köln” (Markmannsgasse – Heumarkt)

Dem Rechten Terror seinen ideologischen Nährboden entziehen

Rechter Bombenanschlag OsloDer Mörder von Norwegen kam nicht aus dem Nichts, sondern aus der Szene europäischer Multikulti-Hasser und Islamfeinde. Er war aktiv in verschiedenen islamfeindlichen Blogs und bis 2006 Mitglied und Funktionär der rechtspopulistischen “Fortschrittspartei”, die das norwegische ideologische Pendant zu den “Pro”-Gruppierungen und anderen rechtspopulistischen Politiker/innen und Medien in Deutschland darstellen. Sie alle vereint die Hetze gegen den Islam und seine Anhänger und die Wahnvorstellung, dass Moslems das christliche Abendland “überrennen” wollen. Ferner wenden sie sich gegen Homosexuelle, eine mulitkulturelle Gesellschaft und alles was in ihren Augen Links ist. Ihre Politik ist nationalistisch, ausländerfeindlich und ultra-konservativ, manchmal auch christlich fundamental. Sie versuchen ein Klima der Angst zu schaffen und sie haben Erfolg damit. Im benachbarten europäischen Ausland erzielen die Rechtspopulisten Wahlerfolge und haben Regierungsstatus. Auch in Köln zogen sie mit tausenden Stimmen in den Stadtrat ein.
Rechter Massenmord auf UtoyaAnders Behring Breivik Taten enststanden auf diesem rassitischen Nährboden. Nicht umsonst erwähnte der Attentäter in seinem Manifest den Anti-Islam-Kongress von “Pro Köln” 2008 und wetterte in denselben Tönen wie die Rechtspopulisten gegen die multikulturellen Akteure, die sich gegen diesen gestellt und erfolgreich verhindert hatten. Es ist kein Wunder, dass die jahrelangen Anstachelungen rechtspopulistischer Gruppierungen solche gewalttätigen Exzesse hervorbringen. Wer Hass schürt, darf sich nicht wundern, wenn er für die gewalttätige Umsetzung der Ideologie verantwortlich gemacht wird. Breivik erschoss über 60 jugendlichen TeilnehmerInnen eines sozialistischen Jugendcamps, die er als Anhänger der “multikulturellen Idee” verachtete und tötete weiteren Menschen mit einer Bombe in der Innenstadt von Oslo.
In den letzten Jahren gab es ebenfalls im Umfeld der vermeintlichen Saubermänner von “Pro Köln” zahlreiche Gewalttäter. Z. B. Thomas Adolf, der “Killer von Overath”, der 1994 zusammen mit Rouhs und Beisicht für die Deutsche Liga kandidierte und 2003 einen Anwalt, dessen Frau und Tochter erschoss, oder Ulrich Klöries, ebenfalls Kandidat der Deutschen Liga, der 2006 seine Mitbewohnerin ermordete.


“Pro NRW” – in Leverkusen geistige Urheber eines Brandanschlags?

Brandanschlag in LeverkusenIn Leverkusen wurde in der Nacht auf den 25. Juli das Haus einer Roma-Familie angezündet. Nur knapp entkamen die 9 Familienmitglieder, unter denen sich auch 6 Kinder befanden, den Flammen. Die Polizei schließt einen rechtsradikalen Hintergrund der Tat nicht aus. Die Diskriminierungen von “Pro NRW” gegenüber Sinti und Roma erreichten am 25. September 2010 ihren Höhepunkt in einer Demonstration gegen die betroffenen Familie. In einer Stellungnahme verharmlosen sie auch jetzt den Anschlag auf die Familie, in dem sie einen Mangel an Brandschutz in der Wohnung vermuten.

Wir wollen nicht zusehen und abwarten, wie die ständige rassistische Hetze von Neonazis oder Rechtspopulisten wie “Pro Köln” weitere Terrorakte anstachelt und vielleicht auch bald in Köln Moscheen brennen oder politische GegnerInnen ermordet werden.

Gegen rassistischen Terror und seine ideologischen Hintermänner!

Rufruf der Antifaschistische Koordination Köln und Umland

Aus aktuellen Anlass – Broschüre „Autonome Nationalisten“ – Neonazis im Wandel

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Aus aktuellem Anlass stellen wir euch die Broschüre „Autonome Nationalisten“ – Neonazis im Wandel und einen Artikel über den Wandel von neonazistischen Demonstrationen zum Download bereit:


„Autonome Nationalisten“ – Neonazis im Wandel (2009)

Erlebniswelt Aufmarsch – Neue Handlungsspielräume für militante Neonazis (2010)

Handreichung gegen rechte Veranstaltungen!

Um der Anmietung von Räumlichkeiten durch Neonazis und Rechtspopulist/innen vorzubeugen haben Antifagruppen aus Aachen, Bonn, Erftstadt, Euskirchen/Eifel, Koblenz und Velbert eine gemeinsame Handreichung für Wirte und andere Vermieter/innen entwickelt. Grundlage hierfür bietet ein ausführlicher Reader der Antifa UNited.

Anliegen der Gruppen ist nicht nur Nazis an der Durchführung von Veranstaltungen zu hindern, sondern auch ein Problembewusstsein zu schaffen und Anregungen für Gegenmaßnahmen zu geben.

Unsere Version des Flyers könnt ihr hier herunterladen! Für Feedback stehen wir gerne zur Verfügung.

2. Offener Brief an den Ortsbürgermeister von Lissendorf

Auf unseren offenen Brief an die VeranstalterInnen und SponsorInnen des Enkelz-Konzerts in Lissendorf erhielten wir bisher nur vom Ortsbürgermeister Lothar Schun eine Antwort. Von den eigentlichen VeranstalterInnen haben wir bisher noch nichts gehört. Lothar Schun schreibt in seiner E-Mail:

[…]
Zunächst ist festzustellen, dass weder von der Ortsgemeinde, Verwaltung oder Veranstaltern her eine irgendwie geartete rechte Gesinnung vorhanden ist oder gefördert werden soll. Dies gilt natürlich ausdrücklich auch für meine Person.

Sie wird ganz klar abgelehnt.

Auch bei der Vorbereitung für dieses Konzert war eine solche nicht erkennbar, die Veranstalter haben sich an mehreren Stellen erkundigt, ob es in der Vergangenheit Probleme bei Konzerten dieser Gruppe gegeben hat, die über das normale Maß hinausgingen. Dieses wurde verneint.

Dass möglicherweise ein bestimmtes Publikum sich mehr von dieser Gruppe angesprochen fühlt als andere oder diese Veranstaltungen nutzt um Präsenz zu zeigen, war ebenfalls nicht erkennbar.

Nach Ihrer Mail hat hat sich der Unterzeichner mit zuständigen Polizeidienststellen – auch auf höherer Ebene – in Verbindung gesetzt, die keinen Handlungsbedarf sehen.

Es wurde aber vereinbart, das entsprechende Umfeld zu beobachten und ggfs. entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, notfalls auch durch geeignete Polizeipräsenz.

Es mag sein, dass die Verpflichtung dieser Gruppe nicht die beste Lösung war, aber aufgrund der geschlossenen vertraglichen Vereinbarungen und mangels Rechtsgrundlage sehe ich zur Zeit keine Möglichkeit von meiner Seite aus, dieses Konzert – wie gefordert – abzusagen. Ich kann Ihnen aber versichern, dass wir aufgrund Ihrer Informationen für das Thema sensibilisiert sind und hier auch entsprechend reagieren werden, wenn dies erforderlich ist.

Ich werde diesen Vorgang zum Anlaß nehmen, zukünftig neben den äußeren Bedingungen und Voraussetzungen für solche Veranstaltungen auch das musikalische Angebot mit in meine Überlegungen mit einzubeziehen.
[…]

Hier nun unsere Antwort auf Lothar Schun:

Sehr geehrter Herr Schun,

Erst einmal vielen Dank für ihre Antwort auf unseren offenen Brief. Wir begrüßen es sehr, dass Sie sich von rechten Tendenzen distanzieren.

Doch sollten Sie ihren Worten auch Taten folgen lassen und kein Konzert von extrem rechtslastigen ehemaligen Neonazis in ihrem Ort tolerieren. Auch wenn Sie das Konzert aufgrund von geschlossenen vertraglichen Vereinbarungen nicht mehr offiziell absagen können, so empfehlen wir ihnen doch, die Sache noch einmal mit dem Veranstalter zu besprechen. Vielleicht lässt sich hier doch noch eine Lösung finden.

Ihren Einwand, dass weder Veranstalter noch Polizei ein Gefahrenpotenzial im Auftritt der Enkelz sehen, können wir nicht gelten lassen, schließlich ist bewiesen, dass bei Enkelz-Konzerten in Kall in den vergangenen Jahren auch gewaltbereite Neonazis anwesend waren und es anscheinend auch zu Handgreiflichkeiten gekommen ist, wie wir in unserem letzten Brief geschrieben haben.

Und dieses Gefahrenpotenzial besteht nicht nur im Kreis Euskirchen, sondern auch in Rheinland-Pfalz. Im April dieses Jahres wollten RechtsextremistInnen und HolocaustleugnerInnen im Kreis Euskirchen einen Kongress veranstalten, der jedoch verhindert wurde, woraufhin die Rechten ins Ahrtal auswichen, um dort ihre Veranstaltung durchzuführen.1
Es ist also zu beobachten, dass Neonazis sich vermehrt aus dem Kreis Euskirchen ins Ahrtal zurückziehen, wo sie anscheinend ungestört Kongresse und Konzerte veranstalten können. Deswegen ist es auch gut möglich, dass Neonazis aus dem Kreis Euskirchen, wie z.B. die gewaltbereiten „Freien Nationalisten Euskirchen“ das Konzert der Enkelz in Lissendorf besuchen werden.

Wir appellieren deswegen noch einmal an Sie: Reden Sie mit dem Veranstalter und versuchen Sie, das Konzert der Enkelz doch noch zu verhindern! Die Enkelz haben eindeutige rechtsextreme Tendenzen und ziehen auch entsprechendes Publikum an.
Neonazis und Grauzonen dürfen nicht geduldet wurden!

Mit freundlichen Grüßen,

Antifa Euskirchen / Eifel

Eifel, den 7.7.2011

  1. http://antifaeifel.blogsport.de/2011/05/02/neonazi-kaffeekraenzchen-wanderte-ins-ahrtal/ [zurück]

Auch die VeranstalterInnen und SponsorInnen fordern wir natürlich auf, endlich Stellung zu beziehen!

Es gibt kein ruhiges Hinterland!

Neonazis und Grauzone bekämpfen!