Antifaschistische Demonstration durch Rostock-Lichtenhagen am 25.8.2012 ab 14 Uhr S-Bahn Lütten-Klein – Grenzenlose Solidarität! Vor 20 Jahren! Die rassistischen und faschistischen Pogrome vom Rostock!

Vor 20 Jahren flackerten Bilder aus Deutschland um die Welt, die man für Vergangenheit hielt: Brennende Häuser, fliehende Menschen, ein gewalttätiger Mob, angeleitet von neofaschistischen Strippenziehern, Beifall klatschendes Publikum, verantwortungslose Verantwortliche. Eine Allianz aus staatlicher Ausländerfeindlichkeit, Medienhetze und Alltagsrassismus ließ zu, dass vietnamesische Vertragsarbeiter und Flüchtlinge, unter ihnen viele Roma, um ihr Leben fürchten mussten. Das brennende Sonnenblumenhaus wurde zu einem erschreckenden Symbol des wiedervereinigten Deutschland. Nur Wochen nach dem Pogrom wurde in einem breiten Konsens im Bundestag das Grundrecht auf Asyl abgeschafft. Weder die NPD noch ihr Ableger „Hamburger Liste Ausländerstop“ wurden verboten, obwohl sie unmittelbar vor Beginn der Pogrome ihre Hetze nach Rostock getragen hatten. Neofaschistische Organisationen und Gruppen werden bis heute nicht entschieden bekämpft. Gleichzeitig werden antifaschistische Initiativen behindert und als extremistisch“ diffamiert. Heute hat das auf Menschen angewendete Nützlichkeitsdenken den politischen Diskurs weiter vergiftet. Ausgrenzung und Stigmatisierung von Migranten und Flüchtlingen sind weiterhin tief in der Mitte der Gesellschaft verankert. Die Festung Europa und das Abschiebelager Horst in Mecklenburg-Vorpommern stehen dafür. Dagegen setzen wir damals wie heute Solidarität mit den Opfern institutionellen und alltäglichen Rassismus. Wir demonstrieren für das Menschenrecht auf Asyl, für Teilhabe aller Menschen am Wohlstand, für die sozialen und demokratischen Rechte Aller hier und überall.

Wir fordern:

· Schluss mit Abschiebungen, Residenzpflicht und Arbeitsverbot!
· Stoppt die Verfolgung von Roma in Osteuropa und überall!
· Keine Toleranz für faschistische Ideologie und Gewalt!
· Dortmund,Dresden, Wuppertal, Rostock, Dortmund, Stolberg, Bad Neuenahr/Ahrweiler, Heinsberg, Düren, Erftstadt, Euskirchen alle Städte nazifrei!
· Schluss mit der Kriminalisierung von Antifaschist_innen und Antirassist_innen!
· Gegen Rassismus für grenzenlose Solidarität!

Antifaschistische Demonstration durch Rostock-Lichtenhagen am 25.8.2012 ab 14.00 Uhr S-Bahn Lütten-Klein – Grenzenlose Solidarität!

Hintergrund Infos zu Rostock:

In Erinnerung an die Pogrome in Rostock vor 20 Jahren:

Die Pogrome von Rostock-Lichtenhagen ereigneten sich im August 1992 im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen. Es handelte sich um die massivsten ausländerfeindlichen Ausschreitungen der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Zum Hintergrund zählt, dass Asylbewerber monatelang ohne ausreichenden Zugang zu sanitären Einrichtungen und Nahrungsmitteln vor der Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber (ZAst) zu kampieren gezwungen waren. Während der Ausschreitungen wurden mehrere hundert rechtsextreme Randalierer von einer Menge von zeitweise bis zu 2.000 teilweise applaudierenden Schaulustigen beobachtet. In der Presse wurden die Ereignisse auch als Pogrom bezeichnet.

Bei den tagelangen Krawallen konzentrierte sich nach dem Abtransport der Asylbewerber in sichere Unterkünfte die Gewalt auf die Polizei und das in Brand gesetzte benachbarte Wohnhaus, in dem sich 115 Vietnamesen und ein Fernsehteam aufhielten.

Die Angriffe zwischen dem 22. August und 26. August 1992 führten zu 370 vorläufigen Festnahmen sowie 408 eingeleiteten Ermittlungsverfahren. 204 Polizeibeamte wurden verletzt. Unter den Festgenommenen befanden sich 110 Personen aus den alten Bundesländern, 217 aus Mecklenburg-Vorpommern (davon 147 aus Rostock) und weitere 37 aus anderen neuen Ländern.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ausschreitungen_von_Rostock-Lichtenhagen