20 Jahre nach dem Pogrom von Rostock-Lichtenhagen – Rassismus beim offiziellen Gedenken in Rostock-Lichtenhagen? – Antirassismus Demonstranten kriminalisiert!

Unter dem Motto „Das Problem heißt Rassismus“ demonstrierten am 25. August 2012 ca 5000 Menschen in Rostock-Lichtenhagen. 20 Jahre ist es nun her, das ein Mob aus Nazis und Rassisten fünf Tage lang die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber_innen(ZAST) belagerten und diese mit Steinen angriffen und mit Molotococktails in Brand setzten. Nur durch ein Wunder gab es damals keine Toten. Die Demonstration gedachte dem 20. Jahrestag, aber richtete sich auch gegen das offizielle Gedenken der Stadt Rostock mit Bundespräsident Joachim Gauck. Das Video kann auch im Filmpiraten-Youtube-Kanal http://www.youtube.com/user/Filmpiraten oder auf facebook http://www.facebook.com/Filmpirates angeschaut werden.

Rassismus beim offiziellen Gedenken in Rostock-Lichtenhagen?

Das Bündnis “20 Jahre nach den Pogromen – Das Problem heißt Rassismus” erhebt schwere Vorwürfe gegen die offizielle Lichtenhagen-Gedenkveranstaltung vom Sonntag. Zwei Mitgliedern des deutsch-afrikanischen Freundeskreises Daraja e. V. sei trotz offizieller Einladung der Zutritt zur Veranstaltung verweigert worden. Laut den Veranstaltern kamen die Gäste 15 minuten zu spät und wurden deshalb aus Sicherheitsgründen nicht mehr eingelassen. Das obige Video von Leftvision zeigt die beiden Gäste bei der Feier.

In der Pressemitteilung des Bündnisses heißt es:

Kein Zutritt trotz Einladung: Am Sonntag wurde zwei Mitgliedern des deutsch-afrikanischen Freundeskreises Daraja e. V. der Einlass zur zentralen Gedenkveranstaltung in Rostock-Lichtenhagen mit Bundespräsident Joachim Gauck verwehrt – ohne Begründung. Während sich die Vertreter des Staats und der Stadt der vermeintlich großen Fortschritte im Kampf gegen Rassismus rühmten, mussten die tatsächlich Betroffenen von Rassismus außen vor bleiben. Dies war jedoch nicht der erste Vorfall, der den Vorwurf eines rein “weissen” Gedenkens an die Pogrome in Rostock-Lichtenhagen und des Umganges mit Betroffenen von rassistischer Gewalt und ihren Angehörigen provoziert. Schon den Zentralrat der Sinti und Roma hatte man zu Beginn vergessen einzuladen, obwohl gerade Roma in Rostock mit betroffen waren. Das Bündnis fordert die Aufklärung der möglicherweise rassistisch motivierten Vorfälle und Äußerungen bei und im Umfeld der Veranstaltung.

“Der Auftritt von Bundespräsident Gauck und die so genannte ‚zentrale Gedenkveranstaltung‘ dürfte insbesondere jenen gefallen haben, die die Pogrome losgelöst von historischen und politischen Kontinuitäten als isoliertes Ausnahme-Ereignis der Vergangenheit sehen und Neonaziproblem abhaken wollten. Im Vordergrund standen Geschichtsklitterung, Verharmlosung, Opfer-Täter-Umkehr und Realitätsverweigerung”, erklärt das Bündnis “20 Jahre nach den Pogromen von Rostock-Lichtenhagen – Das Problem heißt Rassismus”.

Auch dass der Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) weder an der Kundgebung noch der Großdemonstration des Bündnisses teilgenommen hat, ist nach der Kriminalisierungsstrategie von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) und den Versuchen die Gedenkveranstaltung Gauck als das einzig “wahre” und “richtige” Gedenken darzustellen, kaum verwunderlich.

Ebenso fordert das Bündnis eine umfassende Aufklärung über die nächtliche Polizeiaktion am Bahnhof Berlin-Gesundbrunnen. “Wie konnte eine zertrümmerte Glasscheibe in einem Zug zu umfassenden Durchsuchungen und ED- Behandlungen von annähernd 100 Fahrgästen des letzten Zuges aus Rostock führen. Der Schaden steht in keinerlei Verhältnis zu Datenschutz und Persönlichkeitsrechten. Die Aktion steht vielmehr für den Versuch der Kriminalisierung der Betroffenen sowie der Datensammelwut so genannter Sicherheitsbehörden im Umfeld von als »links« eingestuften Großveranstaltungen”, so das Bündnis.

Quelle: Die Zeit -> http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2012/08/28/rassismus-beim-offiziellen-gedenken-in-rostock-lichtenhagen_9618

Demo zu 20 Jahre Lichtenhagen – Rostock-Nachspiel in Berlin

Auf der Rückfahrt von Rostock-Lichtenhagen wurden am Wochenende in Berlin viele Demonstranten aufgehalten und durchsucht. Das war rechtlich fragwürdig.

Quelle: TAZ -> http://www.taz.de/Demo-zu-20-Jahre-Lichtenhagen/!100527/

Wir haben in der Nacht vom 28. auf den 29. August, gegen halb 2, in etwa einem Meter Höhe, die Eiche neben dem Sonnenblumenhaus abgesägt. Denn dieses Symbol für Deutschtümelei und Militarismus ist für die Menschen, die 1992 dem Mob in Rostock-Lichtenhagen ausgesetzt waren, ein Schlag ins Gesicht.“

Quelle: TAZ -> http://www.taz.de/Friedenseiche-in-Lichtenhagen-abgesaegt/!100583/