Archiv für Juni 2014

Köln/Erftstadt/Euskirchen/Eifelland: Hatte der NSU Helfer beim Anschlag in der Kölner Probsteigasse 2001?

KÖLN – Bei der Explosion eines in einem Geschenkkorb deponierten Sprengsatzes wurde im Januar 2001 die damals 19-jährige Tochter des Inhabers eines deutsch-iranischen Lebensmittelladens in der Kölner Probsteigasse schwer verletzt. Der NSU bekannte sich im November 2011 zu dieser Tat. Bis heute ist ungeklärt, wie der NSU auf das völlig unscheinbare Geschäft und dessen Inhaber aufmerksam wurde, ob es lokale Helfer gab und wer den Geschenkkorb in dem Laden abgestellt hatte. Daran, dass es sich um Uwe Mundlos oder Uwe Böhnhardt gehandelt hat, bestehen Zweifel, Beschreibungen des Täters von Mitgliedern der Familie M. passen nicht zu den beiden .

“Ähnlichkeit” erkannt

Nach dem Bekanntwerden der NSU-Mordserie Ende 2011 erkannten MitarbeiterInnen des Verfassungsschutzes eine Ähnlichkeit zwischen dem damaligen Phantombild des Täters und einem Kölner Neonazi. “Das NSU-Prozess-Blog” (=> http://blog.zeit.de/nsu-prozess-blog/2014/06/26/wer-brachte-die-bombe-in-den-lebensmittelladen/) von “zeit online” berichtet aktuell: “Sie erkannten eine Ähnlichkeit mit dem Neonazi Johann H. aus Köln. […] H. war 1985 wegen eines Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz verurteilt worden. Zudem besaß er Waffen und war Mitglied einer Reservistengemeinschaft für Scharfschützen bei der Bundeswehr.” Allerdings konnte die betroffene Familie auf ihnen vom BKA vorgelegten Bildern von H. den Täter nicht erkennen, weswegen die Spur nicht weiter verfolgt wurde.

Von “Wehrsportgruppe” über NF, FAP und “Kameradschaft Köln” zum KDS

Johann “Helle” H. ist seit vielen Jahren in der Neonazi-Szene aktiv ist. Der ehemalige “stellvertretende Gausekretär Rheinland” des zwischenzeitlich aufgelösten “Kampfbunds Deutscher Sozialisten” (KDS) fungierte als Stellvertreter des Kölner bzw. Pulheimer Neonazis Axel Reitz, sowohl beim KDS als auch bei der 2012 verbotenen “Kameradschaft Walter Spangenberg”. So vertrat er Reitz beispielsweise während dessen Inhaftierung, er unterzeichnete am 28. Dezember 2007 eine “Mitteilung der Kameradschaft Köln/Walter Spangenberg” mit “Helle (Kameradschaftsführer Köln/ Walter Spangenberg)”. Mit Verboten kennt sich “Helle” aus. Im Frühjahr 2003 beschrieb der damals 35-Jährige in einem “Gespräch” mit der KDS-Postille “Der Gegenangriff” seinen Werdegang in der extremen Rechten wie folgt: “Wehrsportgruppe, Nationalistische Front, bis 1994 Mitglied der Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei – FAP –, 1998 Mitbegründer der Kameradschaft Köln, 1999 kurz nach der Gründung Mitglied des KDS.” Er sei “mit der Ehrenurkunde des Landesverbandes der FAP in Nordrhein-Westfalen” ausgezeichnet worden.

NSU-Trio beim Kameradschaftstreffen in Erftstadt?

In der Öffentlichkeit hielt sich “Helle” bisher – im Gegensatz zu Axel Reitz und dem Kölner Paul Breuer – immer zurück. Hin und wieder nahm er zwar an Aufmärschen der neonazistischen Szene teil, ohne sich allerdings hierbei zu exponieren. Ab und zu dokumentierte er Aufmärsche sowie Gegenproteste mit seiner Videokamera. Bei internen Veranstaltungen saß er jedoch oft auf dem Podium, so zum Beispiel im November 2009 bei einem Kameradschaftstreffen in Erftstadt (Rhein-Erft-Kreis). Bei eben dieser Veranstaltung seien – einer Zeugenaussage zufolge – auch Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe anwesend gewesen. “Westpol” berichtete am 20. November 2011 hierüber (zum Beitrag geht es hier => https://www.youtube.com/watch?v=VjrYNL512ZQ , “Helle” ist in dem Beitrag von 3:03 min bis 3:05 stehend neben Axel Reitz zu sehen).

Ebenfalls war die Führung und Mitglieder der Neonazi Kameradschaft Freie Nationalisten Euskirchen (Kurz FNE) in Erftstadt und übernahmen organisatorische Aufgaben.

“Westpol” berichtete am 20. November 2011 hierüber (zum Beitrag geht es hier => https://www.youtube.com/watch?v=VjrYNL512ZQ , “Helle” ist in dem Beitrag von 3:03 min bis 3:05 stehend neben Axel Reitz zu sehen)
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Lesetipp:

Zum von nsu-watch gefertigten Protokoll vom ersten Verhandlungstag (3. Juni 2014) zum Komplex Probsteigasse geht es hier => http://www.nsu-watch.info/2014/06/protokoll-117-verhandlungstag-3-juni-2014/ .

Quelle: NRW Rechtsaussen => https://nrwrex.wordpress.com/2014/06/27/k-hatte-der-nsu-helfer-beim-anschlag-in-der-kolner-probsteigasse/


Wandbild KZ Sachsenhausen – Antifaschistische Aktion

Sollte Sprengladung zum Jahrestag des Kölner NSU-Anschlags detonieren? Nagelbombe in Gerolstein bei bekannten Neonazi entdeckt

Zur Dokumentaion

Beamte des Zollfahndungsamtes Frankfurt haben in der Gerolsteiner Wohnung einen Sprengkörper gefunden, der mit Nägeln bestückt war
Beamte des Zollfahndungsamtes Frankfurt haben in der Gerolsteiner Wohnung einen Sprengkörper gefunden, der mit Nägeln bestückt war.

Gerolstein. Nach dem Fund einer Nagelbombe in der Wohnung eines 33-jährigen Gerolsteiners will die Polizei nun herausfinden, ob der Mann einen rechtsextremen Anschlag plante – möglicherweise zum zehnten Jahrestag des Anschlags in der Keupstraße in Köln-Mühlheim. Unter anderem sucht die Polizei nun nach dem Bombenbauer – denn den Sprengkörper hatte der Festgenommene wohl nicht selbst hergestellt.

Am 9. Juni 2004 detoniert in Köln-Mülheim eine Nagelbombe und verletzt 22 Menschen, einige von ihnen lebensgefährlich. Kurz bevor sich das Gedenken an diesen rechtsextremistischen Anschlag zum zehnten Mal jährt, entdecken Ermittler – wie die Polizei am Dienstag bekannt gab – am 3. Juni in der Wohnung eines 33-jährigen Gerolsteiners eine ebenfalls hochgefährliche Nagelbombe.

Ist das Zufall? Oder wollte der Mann, der der Polizei bereits durch Gewaltdelikte, fremdenfeindliche Straftaten und Hakenkreuzschmierereien bekannt ist, genau zehn Jahre nach dem Kölner NSU-Attentat einen ähnlichen Anschlag verüben? „Wir ermitteln ganz klar in diese Richtung“, sagt der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Trier, Karl-Peter Jochem.

Noch ist offen, was genau der Mann vorhatte und ob er Verbindung zu rechtsextremen Organisationen hat. „Fest steht, man baut so ein Ding, um Menschen zu verletzen“, sagt Jochem. Der 33-Jährige hatte im Verhör angegeben, die Sprengladung von einem Bekannten als Bezahlung für Drogen erhalten zu haben. Nach diesem sucht die Polizei nun und bittet um Hinweise.

Dass die Bombe entdeckt wurde, war ein Zufallsfund. Der Zoll hatte die Wohnung des Gerolsteiners untersucht, weil er im Verdacht stand, mit Drogen zu handeln. Tatsächlich fanden sich dort 150 Gramm Amphetamin. Bei einer zweiten Durchsuchung nahm die Polizei dort neben dem 33-Jährigen zwei weitere Männer fest, die inzwischen wieder auf freiem Fuß sind. Der Gerolsteiner sitzt in Untersuchungshaft. Hinweise an die Kripo Trier, Telefon 0651/9779-2290.

Quelle: RP-Online – 18.06.2014 => http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/nagelbombe-in-gerolstein-entdeckt-aid-1.4324756

Fascho Webseite der Kameradschaft Eifler Land (KEL) eifler-land.com ist geschlossen!

Anscheinend hat der Hoster von der Faschos Webseite eifler-land.com das Kundenkonto geschlossen :)

Internetpräsentation der Kameradschaft Eifler Land kurz KEL goes suspended !

Was doch so ein kleiner Brief mit Hinweisen und Infos an den Hoster für Wirkung zeigt!

Wir berichteten bereits in April 2014 über die neue Fascho Internetseite, den Hoster und die neuen Farbschmiereien:

Neues von den Neonazis der Kameradschaft Eifler Land (KEL)=> http://antifaeifel.blogsport.de/2014/04/14/neues-von-der-kameradschaft-eifler-land-kel/

Eifelland: Vorbild NSU? Nagelbombe bei Neonazi gefunden

Zur Dokumentation:

Der gefundene Sprengkörper.Der gefundene Sprengkörper.

GEROLSTEIN. Fast auf den Tag genau zehn Jahre nach dem Anschlag in Köln, bei dem 22 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden, fanden Ermittler des Zollfahndungsamtes bei einer Durchsuchung einer Wohnung in Gerolstein eine Nagelbombe.

Anlässlich einer Durchsuchung wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz hatten Beamte des Zollfahndungsamtes Frankfurt am Dienstag, 3. Juni, in einer Wohnung in Gerolstein einen Sprengkörper gefunden. Der Besitzer ist mittlerweile in Untersuchungshaft. Die Kriminaldirektion Trier hat die Ermittlungen übernommen und sucht Zeugen.

Zollbeamte hatten den etwa 10 cm langen mit Nägeln bestückten Sprengsatz in der Wohnung des 33-jährigen Mannes gefunden. Gegen ihn bestand der Verdacht des Handelns mit Betäubungsmitteln, weshalb die Beamten die Wohnung durchsucht hatten. Der Sprengkörper wurde sichergestellt und von Experten des LKA Rheinland-Pfalz gesprengt. Nachdem die Kriminaldirektion Trier die Ermittlungen übernommen hatte, durchsuchten die Beamten die Wohnung erneut am 5. Juni. Dabei fanden sie keine weiteren Sprengmittel, stellten aber 150 Gramm Amphetamin sicher. Neben dem 33-jährigen Wohnungsinhaber nahmen die Beamten zwei weitere Männer im Alter zwischen 21 und 46 Jahren fest. Im Rahmen einer ersten Vernehmung gab der 33-Jährige an, den Sprengkörper von einem Bekannten erhalten zu haben. Auch die Wohnung dieses 33-jährigen Mannes in Gerolstein wurde durchsucht. Beweismittel zum Bau eines Sprengkörpers wurden nicht gefunden.

Der 33-jährige Mann, in dessen Wohnung der selbstgebastelte Sprengsatz sichergestellt wurde, ist am 6. Juni auf Antrag der Staatsanwaltschaft Trier dem Haftrichter beim Amtsgericht Trier vorgeführt worden. Es wurde Untersuchungshaft angeordnet.

Die Kripo ermittelt nun wegen Verstößen gegen das Sprengstoff- und das Betäubungsmittelgesetz. Weiterhin prüft sie, ob rechtsextremistische Bezüge bestehen. Der 33-Jährige ist bereits polizeilich wegen verschiedener Delikte, darunter auch rechtsextremistische Straftaten, in Erscheinung getreten.

Zeugen, die Hinweise zu dem Sprengkörper geben können, werden gebeten, sich an die Kripo Trier (Tel.: 0651/9779-2290) zu wenden.

Bildquelle: Polizei Trier

Quelle: lokalo.de – 17. Juni 2014 => http://lokalo.de/artikel/60112/nsu-zehn-jahre