Archiv für Juni 2015

Hintergrund| Wer ist dieser V-Mann Johann Detlef Helfer – V-Mann des LfV NRW

Jetzt stellt sich die Frage, ob Johann Helfer, der in der Naziszene unter dem Spitznamen “Helle firmierte, langjähriges Mitglied der „Kameradschaft Walter Spangenberg/Freie Kräfte Köln“, in den Bombenanschlag verwickelt ist und welche Rolle der Verfassungsschutz des Landes Nordrhein-Westfalen dabei spielt.

Hel­fer ge­hör­te zum engs­ten Füh­rungs­zir­kel der Ka­me­rad­schaft um Axel Reitz (“Hitler von Köln”) und Paul Breu­er. Als Axel Reitz eine mehr­jäh­ri­ge Haft­stra­fe ver­büß­te, stieg Jo­hann Hel­fer 2007 zum Ka­me­rad­schafts­füh­rer der 2012 ver­bo­te­nen Ka­me­rad­schaft auf.

Johann Helfer

Nach dem Bom­ben­an­schlag in der Prob­stei­gasse wur­den nach den Aus­sa­gen der Zeu­gIn­nen Phan­tom­bil­der an­ge­fer­tigt. Die Bil­der wei­sen eine frap­pie­ren­de Ähn­lich­keit zu Jo­hann Hel­fer auf. Zu die­sem Schluss kamen auch die da­ma­li­gen Er­mitt­ler des BKA und des Ver­fas­sungs­schut­zes NRW.
Und nicht nur die Ähn­lich­keit mach­te Jo­hann Hel­fer in­ter­es­sant: 1985 wurde Jo­hann Hel­fer wegen Ver­sto­ßes gegen das Spreng­stoff­ge­setz ver­ur­teilt, er besaß Waf­fen, hat eine Scharf­schüt­zen­aus­bil­dung bei der Bun­des­wehr er­hal­ten und war dort Mit­glied einer Re­ser­vis­ten­ge­mein­schaft für Scharf­schüt­zen. Auf die Mitglieder dieser Gruppe wurde durch seine VM-Führer angesetzt. Helfer war weit mehr als der normale V-Mann, der einfach nur berichtete, nein er wurde durch das LfV NRW gezielt eingesetzt.

Den Be­trof­fe­nen der Tat in der Probsteigasse wur­den da­mals Fotos von Jo­hann Hel­fer vor­ge­legt. Diese er­kann­ten Hel­fer nicht wie­der. Je­doch war laut An­wäl­tIn­nen der be­trof­fe­nen Fa­mi­lie das vor­ge­leg­te Pass­bild so un­scharf, dass sich da­durch kei­ner­lei Ähn­lich­kei­ten mit “ir­gend­ei­ner an­de­ren Per­son” fest­stel­len lie­ßen (ZEIT on­line, 26.​06.​14).

“Johann Detlef Helfer ist seit 1989 als geheimer Mitarbeiter für den Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen tätig.” Koller schreibt also explizit, dass Helfer ein “geheimer Mitarbeiter” war. Koller, ehemalige Chefin des Landesamtes für Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen trat drei Monate nach der Weitergabe dieser Information von ihrem Amt zurück..

Dieser Informant wurde keineswegs nur abgeschöpft, er wurde von den Beamten des Verfassungsschutzes zielgerichtet geführt und in das Umfeld eines führenden Neonazis aus Köln “gesteuert”, wie Koller schreibt. Die wesentliche Zielperson war dabei Axel Reitz, 16 Jahre jünger als Helfer, ein überzeugter Nationalsozialist, der von der lokalen Presse “Hitler von Köln” genannt wurde. Über Reitz und dessen Gruppen – unter anderem die “Kameradschaft Walter Spangenberg” und der “Kampfbund Deutscher Sozialisten” – berichtete Helfer viele Jahre. Reitz und Helfer führten in dieser Zeit gemeinsam die Kölner Neonazi-Szene an.

Quelle: WamS/ Antifa Köln /indymedia/Zeit/

Quelle: Hajo Funke => https://hajofunke.wordpress.com/2015/06/14/hintergrund-wer-ist-dieser-v-mann-johann-detlef-helfer-v-mann-des-lfv-nrw/

Johann Helfer war VS-Mitarbeiter!

Jetzt ist es also amtlich. Der Kölner Neonazi Johann Helfer war laut Recherchen der Tageszeitung “Die Welt” seit 1989 Mitarbeiter der nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes.
Zur Erinnerung: Helfer, der übrigens jahrelang mit Axel Reitz die Kölner Neonazi-Szene anführte, hat frappierende Ähnlichkeit mit dem NSU-Täter, der imUntitled Januar 2001 einen Bombenanschlag in der Kölner Probsteigasse verübt haben soll, bei dem eine damals 19-jährige schwer verletzt wurde.
Bereits 2014 haben wir auf diese Ähnlichkeit hingewiesen und schon damals vermutet, dass Helfer VS-Mitarbeiter war.
Was haben BKA und Bundesanwaltschaft seitdem getan: Nichts!
Johann Helfer wurde offenbar bis heute nicht verhört, jedenfalls wurde kein Protokoll als Beweismittel in den Münchner NSU-Prozess eingeführt.
Dieser ungeheuerliche Skandal zeigt einmal mehr, wie stark die Geheimdienste in den NSU-Komplex verstrickt sind und wie wenig staatliche Behörden an einer umfassenden  Aufklärung interessiert sind.
Daher wird es weiterhin unsere Aufgabe bleiben, gemeinsam mit den Betroffenen des NSU-Terrors, auf die Verstrickungen staatlicher Stellen hinzuweisen, und alles dafür zu tun, dass die Wahrheit doch eines Tages ans Licht kommt.

Den nächsten Schritt werden wir am 20. Juni 2015 machen. Mit unserem “Spurengang 2.0″  werden wir das Versagen staatlicher Stellen thematisieren und eine lückenlose Aufklärung einfordern!
Der Spurengang beginnt um 16 Uhr am Alter Markt (am Brunnen) und endet in der Probsteigasse.

Quelle: Antifa Köln => http://antifakoeln.noblogs.org/post/2015/06/14/johann-helfer-war-vs-mitarbeiter/