Archiv der Kategorie 'Sexismus'

Stellungnahme zu den Vorwürfen und Lügen des Kreissprechers der AfD Kreis Euskirchen ///#LügenAfD #FcKAfD #NoAfD

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#LügenAfD #FcKAFD #NoAfD

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Antwort: Antifa Euskirchen und Antifa Eifel

Hallo werte Xxxxxx, lieber WDR und liebe WDR Lokalzeit Bonn,

das passt zur Argumentation ins selbstinzinierte Opferbild der AfD. Uns sind keine Bedrohung von Wirten bekannt. Das spricht für die Eifel-Wirte, wenn sie rechten Brandstiftern und Hetzern wie der AfD keine Räumlichkeiten zur Verfügung stellen.

Mit antifaschistischen Grüszen

Antifa Euskirchen
und
Antifa Eifel

Von: WDR Lokalzeit Bonn Beitrag

Guten Abend,

den Kontakt zum Bündnis Eifel gegen Rechts habe ich schon. Vielen Dank!

Eine Frage dann an Sie, mit der Bitte um eine rasche Antwort:

Der Kreissprecher der AfD-Euskirchen sagte mir, dass sich die AfD gerne woanders träfe, als immer im City-Forum in Euskirchen. Sie würden sich gerne in anderen Gebieten der Eifel treffen, z.B. in der Westeifel.
Allerdings, so meinte er, würde die Antifa Wirte bedrohen und deshalb sei die AfD auf die Räumlichkeiten des City-Forums angewiesen.

1. Was sagen Sie dazu?

2. Was ist an den Vorwürfen dran?

3. Auf der Facebook-Seite des AfD-Kreisverbandes Euskirchens vom 17.12.2016 (https://#LügenAfD #FcKAfD #NoAfD Faschos sind keine Opfer sondern Täterinnen ) wurde ein roter Text gepostet, in dem unter Anderem steht, dass Wirte, die der AfD Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, mit Sachbeschädigungen oder persönlichen Repressalien bedroht werden würden: Steckt da die Antifa dahinter und wenn ja, warum?

Freundliche Grüße,
Xxxxxxx Xxxxxxx

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WDR LOKALZEIT BONN
Langer Grabenweg 45,
53175 Bonn

/// #LügenAfD #FcKAfD #NoAfD Faschos sind keine Opfer sondern Täterinnen ///

/// 161 Actiondays /// Termin der #AfD für 2017 @Euskirchen @Cityforum ///

Das wird ein heisses neues Jahr. Für Anfang 2017 sind mehrere kleine und Gross-Veranstaltungen der #AfD im Cifyforum in Euskirchen geplant.

Sonntag, 08.01.2017
14.30 – 18.00 Uhr
Wahl Direktkandidat Bundestag, Raum Pavillon


Samstag/Sonntag 14.+ 15.01.2017
11.00 – 19.00 Uhr
Landeslistenwahlversammlung im gesamten EuCF

Donnerstag, 26.01.2017
18.00 – 21.30 Uhr
Vortragsveranstaltung, Raum Pavillon

Samstag/Sonntag 11. + 12.03.2017
Zeitrahmen ist noch in Abstimmung
Wahlveranstaltung im Saal und/oder dem gesamten EuCF

Der nächste Parteitag steht übrigens für den 14. Januar an. Wieder in Euskirchen!
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-in-nrw-gegner-von-marcus-pretzell-wollen-sonderparteitag-a-1124814.html

Samstag/Sonntag 11. + 12.03.2017
Zeitrahmen ist nicht klar.
Wahlveranstaltung im Saal und/oder dem gesamten EuCF

/// Das heisst sehr früh aufstehenden /// AFA Crews organisieren /// Schön Bunt & Laut ///

Proteste gegen die AfD in Euskirchen am 2.12.2016 @Cityforum

Protest gegen AFD in Euskrichen am 2.12.2016
Bild: Protest gegen AFD in Euskirchen ²Cityforum am 2.12.2016

Die ersten Demonstranten hatten am Samstag um 8.30 Uhr vor dem Euskirchener City-Forum Stellung bezogen. Dort setzte am Wochenende der nordrhein-westfälische AfD-Verband seine Landeswahlversammlung fort. Während eine Gruppe Euskirchener Frauen es zunächst etwas ruhiger angehen ließ und die Plakate eher zögerlich ausrollte, protestierten die Mitglieder des Bündnisses „Eifel gegen Rechts“ lautstärker.

Sie riefen den eintreffenden AfD-Mitgliedern ihre Meinung über die Partei entgegen. „Wir wollen der AfD zeigen, dass sie auch in der Eifel nicht willkommen sind“, sagte Jan Fischer, der die Kundgebung für das Bündnis bei der Polizei angemeldet hatte. Noch wesentlich früher als die Demonstranten und die AfD-Mitglieder waren die ersten Polizeibeamten vor Ort. Ihr Einsatz begann nach Auskunft des Euskirchener Polizei-Pressesprechers Lothar Willems um 5 Uhr.

Zur Unterstützung hatte die Euskirchener Polizei eine Hundertschaft angefordert. Die war aus Gelsenkirchen in den Morgenstunden angereist und verwandelte das Areal um das City-Forum ab 8 Uhr in einen Hochsicherheitsbereich. Kurz vor 9 Uhr führte ein Beamter ein Kooperationsgespräch.

Der Grund: Die Frauengruppe hatte sich zu nahe an die Treppe zum City-Forum gewagt und hätte so den Zugang der AfD-Mitglieder verhindern können. „Es ist immer ein Spagat. Einerseits gibt es ein Demonstrationsrecht, andererseits hat die Partei auch das Recht, die Veranstaltung ungestört durchzuführen“, so der Beamte.

Eine Einsatzhundertschaft war aus Gelsenkirchen nach Euskirchen ausgerückt um die Faschos zu schützen
Eine Einsatzhundertschaft war aus Gelsenkirchen nach Euskirchen ausgerückt. Die Beamten verbrachten eine ruhige Zeit.
Foto:Steinicke

Die Frauengruppe hatte die Demo nach eigenem Bekunden nicht angemeldet und berief sich auf das Recht einer Spontanversammlung. „Das gilt nur dann, wenn es wirklich spontan ist. In diesem Fall steht schon seit Tagen fest, dass die Veranstaltung im City-Forum stattfinden wird“, erklärte der Beamte den Frauen. Die mussten daraufhin zwei Ordnerinnen und eine Sprecherin bestimmen. Danach durften sie auch offiziell demonstrieren.

Derweil versammelte sich auf dem Herz-Jesu-Vorplatz eine weitere Gruppe von Demonstranten. Die Kreis-SPD hatte die AfD-Versammlung zum Anlass genommen, um zu einer Demonstration für eine tolerante Gesellschaft aufzurufen. Unter dem Motto „Wir zeigen Herz“ wurden ab 10 Uhr mehr als 1000 Schoko-Herzen verteilt.

Nach Angaben der Polizei waren rund 100 Bürger dem Aufruf zur Demo gefolgt. Mit von der Partie waren die Arbeiterwohlfahrt, die Grünen, die FDP, die Linken, die evangelische Kirchengemeinde, die Caritas, der Paritätische Wohlfahrtsverband und der Integrationsrat Euskirchen. Für Musik sorgte Günter Hochgürtel mit seinen Wibbelstetz-Kollegen Jürgen Schroeder und Linus Krämer.

Der Organisator und SPD-Kreisvorsitzende Markus Ramers sprach indes von gut 200 Teilnehmern: „Diese Beteiligung ist ein Zeichen für den Zusammenhalt der Euskirchener. Mit der Resonanz bin ich sehr zufrieden, schließlich hatten wir nicht viel Vorlaufzeit.“ Es sei nicht das Ziel der SPD gewesen, gegen die AfD, ihre Mitglieder oder deren Wähler zu protestieren, sondern für ein anderes Menschenbild sowie für eine solidarische, offene Gesellschaft zu werben

Diese Meinung teilte auch die Euskirchener Demonstrantin Ellen Wortmann: „Ich möchte kundtun, dass die AfD keine Alternative ist. Es gibt Werte, die wir verteidigen müssen.“ Von der Idee, der AfD-Versammlung mit einem fadenscheinigen Grund einen Riegel vorzuschieben, halte sie nichts: „Es ist eine Partei, also hat sie auch das Recht dazu.“

Das sah Linken-Stadtverordneter Jan Fischer ganz anders: „Solchen Parteien muss man den Zugang zum City-Forum verbieten. Die AfD hat schließlich schon mit der NPD demonstriert. Diese Partei hat ihre demokratische Legitimation verspielt.“ (siehe „Streit um Vermietung des City-Forums“)

Im City-Forum bekamen die 400 Delegierten des nordrhein-westfälische AfD-Verbands von den Protesten gegen ihre Partei und die Landeswahlversammlung nicht viel mit. Für sie stand die Besetzung der weiteren Listenplätze mit Kandidaten für die Landtagswahl 2017 im Vordergrund. Die zweitägige Veranstaltung in Euskirchen war die Fortsetzung der Landeswahlversammlung in Rheda-Wiedenbrück.

– Quelle: http://www.rundschau-online.de/25220410 ©2016

http://www.rundschau-online.de/region/kreis-euskirchen/parteien--verbaende--buerger-mit-schoko-herzen-gegen-afd-demonstriert-25220410

Pressemitteilung: Neue Kameradschaft aus der Eifel – EX-FNE Mitglieder gründen neue Kameradschaft Eifler Land (KEL)

KREIS EUSKIRCHEN und EIFEL – An einer Demonstration der NPD Trier nahm am 14. September erstmals eine neue Neonazi-Gruppe aus der Eifel teil. Im Aufruf zur Versammlung wird die “Kameradschaft Eifelland” als Unterstützerin genannt.

Demonstration der NPD Trier am 14. September 2013 - Kameradschaft Eifler Land (KEL)  - Mitglieder kommen aus Mahlberg/Bad Münstereifel, Jünkerath, Feusbach, Mechernich, Dahlem ...  - Bild zeigt EX-FNE Mitglied Christoph S. aus Jünkerath/RLP
Demonstration der NPD Trier am 14. September 2013 – Kameradschaft Eifler Land (KEL) – Die Mitglieder kommen aus Mahlberg/Bad Münstereifel, Jünkerath, Feusbach, Mechernich, Dahlem … – Bild zeigt EX-FNE Mitglied Christoph S. aus Jünkerath/RLP – Bildquelle: Antifaschistisches Infobüro Rhein-Main http://www.infobuero.org/

Die Schreibweise auf ihren Gruppen-T-Shirts lautet jedoch “Kameradschaft Eifler Land” (KEL). Neben dem Gruppennamen ist auch ein Reichsadler, der ein Eisernes Kreuz in einem Eichenkranz trägt, auf den Shirts abgebildet. Das Logo ähnelt jenem der “Freien Nationalisten Euskirchen” (FNE).

Unter den vier angereisten Personen, welche die T-Shirts mit dem KEL-Logo trugen, befand sich auch eine Person, die im März 2012 als FNE-Mitglied eine Demonstration in Trier besuchte.

Die FNE ist mit wenigen Ausnahmen seit November 2011 nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten. Damals hatte ihr Führungskader einer Schülerin massive Gewalt angedroht, weshalb der Polizeiliche Staatsschutz Ermittlungen aufnahm. (nrwrex berichtete) Die Personen, die sich zu der neuen “Kameradschaft Eifler Land” bekennen, stammen aus dem Kreis Euskirchen (NRW) und dem Landkreis Vulkaneifel (RLP). (mb)

Quelle: NRW Rechtsaussen => http://nrwrex.wordpress.com/2013/09/19/eu-neue-kameradschaft-aus-der-eifel/

Update: Die „neue“ Kameradschaft Eifler Land trat am Samstag, den 28. September, zusammen mit Neonazis der Kameradschaft Pfalzsturm bei den Neonazi-Trauermarsch in Kaiserslautern erneut in Erscheinung. Es waren diesmal wieder vier Mitglieder anwesend, wobei diesmal ein neuer bekannter Neonazi aus Feusbach/Eifel mit dabei war.

Mehr Infos und Hintergründe über die Nazidemo am 28. September 2013 in Kaiserslautern beim Antifaschistisches Infobüro Rhein-Main => http://www.infobuero.org/2013/09/kaiserslautern-neonazi-trauermarsch-angekundigt/

Bericht zum Neonaziaufmarsch in Kaiserslautern am 28. September 2013

Unter dem Motto „Gegen das Vergessen! 28.09.1944 Bombardierung von Kaiserslautern!“ veranstaltete die Kameradschaft Pfalzsturm am Samstag, dem 28. September, einen Aufmarsch in Kaiserslautern. An dem Aufzug beteiligten sich rund 40 Personen.

Aufgebaut. Neonazis aus der Pfalz posieren bei einem Aufmarsch am 28. September 2013 in KaiserslauternAufgebaut. Neonazis aus der Pfalz posieren bei einem Aufmarsch am 28. September 2013 in Kaiserslautern.Quelle: Antifaschistisches Infobüro Rhein-Main

Neben Neonazis aus Kaiserslautern und dem Raum Kusel unterstützten die Kameradschaften Sturmdivision Saar und Nationaler Widerstand Zweibrücken die Veranstaltung. Auch Mitglieder der neugegründeten Kameradschaft Eifler Land und des NPD-Kreisverbands Westpfalz nahmen teil.

Redebeiträge hielten Melanie Schlinck, die die Veranstaltung auch angemeldet hatte und auf die Bombardierung der Stadt einging, sowie die französische Front National-Aktivistin Marie-Christine Guibert. Letztere beklagte die Stationierung von US-Truppen in Europa und die deutsch-französische Beteiligung an Kriegseinsätzen, bei denen Menschen für „amerikanische Interessen“ stürben. Darüber hinaus betonte sie ihre Verbundenheit zu Deutschland.

Gehweg statt Straße. Da in Kaiserslautern nur 40 Neonazis auftauchten, durften sie überwiegend nur den Gehweg nutzen.Gehweg statt Straße. Da in Kaiserslautern nur 40 Neonazis auftauchten, durften sie überwiegend nur den Gehweg nutzen.Quelle: Antifaschistisches Infobüro Rhein-Main

Gegen Ende der Veranstaltung ließ Detlef Walk, Mitglied der Kameradschaft Nationaler Widerstand Zweibrücken, seinen Ärger über die Kaiserslauterer Ordnungsbehörden verlauten. Diese hatten sich dazu entschlossen, die Neonazis aufgrund der geringen Beteiligung überwiegend auf dem Gehweg vom Messeplatz zum Hauptbahnhof zu leiten. Um gegen diese „Farce“ vorzugehen, kündigte Schlinck weitere Aktionen an – „wahrscheinlich jedes Wochenende“.

Quelle: Antifaschistisches Infobüro Rhein-Main => http://www.infobuero.org/2013/10/bericht-zum-neonaziaufmarsch-in-kaiserslautern-am-28-september-2013/

Aktueller Überblick von Aktivitäten extrem rechten Parteien, Gruppen und Personen in Kreis Euskirchen

Parteienspektrum | Freie Kameradschaftsszene | Aufmärsche / Aktionen / Übergriffe |

Parteienspektrum

kreis

Die Aktivitäten extrem rechter Parteien im Kreis Euskirchen sind überschaubar. Weder DVU noch Republikaner oder Pro NRW unterhalten regionale Ableger ihrer Landesverbände. Bemühungen, einen Pro NRW-Kreisverband aufzubauen, sind zuletzt auch an dem Widerstand der NPD gescheitert. Im Dezember 2009 gab es den Versuch einer Pro NRW-Gründungsveranstaltung in Euskirchen, auf der auch Kandidaten für die Landtagswahl bestimmt werden sollten. Dieses Treffen wurde von der NPD und der regionalen Kameradschaft „Freie Nationalisten Euskirchen“ (FNE) gestört und konnte nicht durchgeführt werden. Ähnlich ist auch eine Pro NRW-Gründungsversammlung in Düren verlaufen, die durch die ortsansässige NPD in Zusammenarbeit mit der „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) verhindert wurde.

Die NPD war somit lange als einzige extrem rechte Partei mit einer Ortsgruppe Euskirchen im Kreisgebiet vertreten. Die kommissarische Betreuung der Ortsgruppe oblag bis Herbst 2010 dem Kreisverband Düren, der seinen Aktionsradius damit auch in südliche Richtung ausgedehnt hatte. Nach einem Streit zwischen diesem Kreisverband und der NPD-Landesführung verhängte der Landesvorstand jedoch den „organisatorischen Notstand“ über die NPD Düren und damit auch über die Ortsgruppe Euskirchen. Aktivitäten der NPD vor Ort, wie die Verteilung von Flugblättern oder die Durchführung von Infoständen, wurden bis dahin von der NPD Düren organisiert und unterstützt, blieben seit 2010 jedoch weitestgehend aus.

Schon bei der Kommunalwahl 2009 konnte kreisweit kein Kandidat für einen Wahlantritt gewonnen werden. Bei der Bundestagswahl stellte die NPD im Wahlkreis Euskirchen den Einzelhandelskaufmann René R. als Direktkandidaten zur Wahl. Das Dürener Stadtratsmitglied R. war selbstverständlich als Direktkandidat chancenlos, holte jedoch mit 1,3 Prozent ein Ergebnis, das um 0,1 Prozent über dem Landesschnitt lag. An Zweitstimmen erzielte die NPD hier 1,0 Prozent, ebenfalls 0,1 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Nach dem Bruch von R. mit der NPD stellte die Partei bei der Landtagswahl 2012 keinen Direktkandidaten mehr auf. Die NPD erzielte im Wahlkreis Euskirchen I 0,57 Prozent der Zweitstimmen und im Wahlkreis Düren II – Euskirchen II 0,58 Prozent.

Pro NRW erhielt in den beiden Wahlkreisen 1,35 und 1,31 Prozent der Zweitstimmen. Während Pro NRW so gegenüber der Landtagswahl im Jahre 2010 leichte Zugewinne verzeichnen konnte, büßte die NPD 2012 in beiden Wahlbezirken sehr stark Stimmen ein. Trotz der Tatsache, dass die extreme Rechte im Kreis Euskirchen über die am schwächsten entwickelten Parteistrukturen im Regierungsbezirk Köln verfügt, lässt das keine Aussage über ein möglicherweise geringes Potenzial der extremen Rechten vor Ort zu. Die Aktivitäten der nicht parteilich organisierten Szene vor Ort und der auffällig großen Mischszenen im Kreisgebiet können hierfür als Beleg herhalten. Überdies lebt in der Gemeinde Weilerswist der frühere Kopf der „Division Köln“ der „German Defence League“ (GDL).

Die GDL kooperiert teilweise eng mit Pro NRW und ist eine Art aktionistischer Zusammenschluss von überwiegend jungen Personen, die unter dem Deckmantel der Islamkritik rechtsextreme und rassistische Aussagen auf Homepages und in Foren tätigen. Zudem organisierte die GDL bundesweit kleine Demonstrationen und „Mahnwachen“, etwa in Köln im Jahre 2012 einen „Marsch der Patrioten“. Die Agitation der GDL richtet sich überwiegend gegen „den“ Islam, gegen Muslime oder Menschen aus dem arabischen Raum. Im Kreis Euskirchen kam es zu keinen öffentlichkeitswirksamen Aktionen der GDL.

Freie Kameradschaftsszene

Im Gegensatz zu den eher spärlichen Aktivitäten der extrem rechten Parteien, die sich darüber hinaus auch fast ausschließlich auf Euskirchen konzentrieren, gehörte der gesamte Kreis Euskirchen zum Aktionsradius der Neonazi-Gruppe „Freie Nationalisten Euskirchen“ (FNE). Die Gruppe betrieb bis November 2011 eine Internetseite, einen Blog und ein Forum mit Berichten sowie Hinweisen auf Termine. Die FNE unterhielten über Jahre gute Kontakte zur regionalen NPD. Darüber hinaus wurden Kontakte zum „Aktionsbüro Mittelrhein“ (ABM) gepflegt, das – obwohl in Rheinland-Pfalz beheimatet – auch im südlichen Nordrhein-Westfalen aktiv war. Im März 2012 fand wegen des Verdachts der Bildung oder Unterstützung einer kriminellen Vereinigung eine Großrazzia gegen ABM-Strukturen statt (siehe unten).

Ungewöhnlich an der FNE war, dass zumindest zeitweise eine junge Frau der Führungsriege angehörte. Von den FNE gingen neben spontanen Aktionen und der Verteilung von Propagandamaterial auch „Anti-Antifa“-Aktivitäten aus. Im Sommer 2008 besuchten „getarnte“ Mitglieder der FNE eine Veranstaltung der regionalen Antifa-Gruppe und kündigten an, Aktivitäten dieser Art fortsetzen zu wollen. Kurz darauf, am 30. August 2008, feierten die FNE ihr einjähriges Bestehen in einem Schützenheim im Kreisgebiet. Neben den obligatorischen Reden wurden zwei Bandauftritte dargeboten. Die Gruppe hielt regelmäßig interne Treffen und Stammtische für Mitglieder und Interessenten ab, teilweise in Gaststätten.

Durch das Anbringen von Aufklebern und Graffiti war die Gruppe auch in der Öffentlichkeit wahrnehmbar. Regelmäßige öffentliche Auftritte der Gruppe bei Aufmärschen sprachen für eine Gruppenstruktur, die ein gewisses Aktionspotenzial entfalten konnte, auch wenn Diskussionen und Veröffentlichungen der Gruppe nicht den Anschein machten, als gehörte sie zu den politischen Vordenkern der Szene im Regierungsbezirk Köln.

Anfang November 2011 ließ die Gruppe verlautbaren, „dass die Führung der FNE aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten ist“ und „ab sofort offiziell in die Winterpause“ gehe. Rund zehn Tage später bedrohte ein FNE-Anführer jedoch eine Schülerin im Namen der FNE (siehe unten). Seit November 2011 wurde die Website der Gruppe nicht mehr aktualisiert; nachdem der Hosting-Dienst in den USA im März 2012 seinen Service einstellte, verschwanden Website, Blog und Forum ganz aus dem Internet.

Aufmärsche/Aktionen/Übergriffe

Im Kreisgebiet Euskirchen kommt es immer wieder zu Aktionen und Vorfällen mit extrem rechtem Hintergrund. Eric Leu, der ehemalige Ortsvorsitzende der NPD Rhein-Erft, organisierte im Jahr 2007 eine Mahnwache vor dem Euskirchener Bahnhof. Die Veranstaltung des Bergheimers, der schon in den Jahren zuvor als Organisator von Rechtsrock-Konzerten auch im Kreis Euskirchen aufgefallen war, richtete sich gegen die Sexualdelikte eines Migranten, beinahe schon ritualisiert wurde die Forderung nach „härteren“ Strafen erhoben.

Ein Anziehungspunkt der regionalen wie überregionalen Szene stellt die ehemalige NS-„Ordensburg“ Vogelsang dar. Das Gelände, das mittlerweile unter anderem als Veranstaltungsort und Bildungseinrichtung dient, war in der Vergangenheit mehrfach Treffpunkt für Aktionen von Neonazis. Als Reaktion auf eine neue Hausordnung, die Propagandabesuche von Neonazi-Gruppen unterbinden sollte, kam es am 26. November 2006 zu einer Aktion der KAL, bei der rund 25 Neonazis das Hausverbot ignorierten, auf das Gelände marschierten und mittels einer „Mahnwache“ die Zufahrt versperrten. NPD und KAL wiederholten im Mai 2007 ein konspirativ vorbereitetes Unterlaufen der Hausordnung, diesmal erschienen rund 50 Neonazis und führten einen selbst organisierten Rundgang auf dem Areal durch, bevor die Betreiber nach einer Stunde dagegen einschritten.

In Gemeinden kommt es immer wieder zu Vorfällen, an denen so genannte Mischszenen teilhaben. Gerade im ländlichen Raum existieren oftmals Cliquen, in denen sowohl (extrem) rechte, als auch unpolitische oder nicht-rechte Menschen aufeinander treffen. Die Gesinnung ersterer wird in solchen Zusammenhängen häufig wenig bis gar nicht thematisiert. So kam es zu Vorkommnissen wie in einer (nicht mehr existenten) Kneipe in Gemünd, in der Gruppen von eindeutig identifizierbaren Neonazis sich problemlos aufhalten konnten und deren extrem rechte Musikwünsche erfüllt wurden. Auf der Homepage der Kneipe war etwa eine Person zu sehen, deren Tätowierung ein Bild des ehemaligen Hitler-Stellvertreters Heß zeigte.

Ebenfalls verkehrten in der Kneipe Mitglieder einer Gruppe, die sich selbst als „Bruderschaft Salzberg“ bezeichnet. Mittlerweile scheinbar inaktiv, stellte sich die Gruppe in den letzten Jahren als unpolitisch dar, benutzte jedoch gerade im Internet einschlägige Symbole und Formulierungen. Auch die Anwesenheit dieser Clique stellte für die bereits erwähnte Kneipe, die keinen politischen Hintergrund hatte, anscheinend kein Problem dar, was beispielhaft für den häufig beobachteten Umgang mit solchen Cliquen im Kreisgebiet steht.

Als Mischszene und Grauzone lassen sich auch Besucher der Konzerte der Band „Enkelz“ in Hellenthal und Kall beschreiben, auch wenn die Gruppe zeitweise sogar unter dem Motto „Rock gegen Rechts“ auftrat. Sowohl Neonazis und rechtsaffine junge Leute, aber auch völlig unpolitische Fans besuchten die im Raum Euskirchen stattfindenden Konzerte der Musikgruppe, die zahlreiche Lieder der „Böhsen Onkelz“ covert. Auffällig im Rahmen jener Mischszenen oder Mischcliquen waren zeitweise auch Mai-Gruppen oder „Mai-Logen“ aus verschiedenen Ortschaften im Kreisgebiet, deren Aktivitäten durch überwiegend männliche Jugendliche geprägt waren. Rechte Vorfälle wurden hierbei etwa in den Hellenthaler Ortsteilen Rescheid und Blumenthal sowie in Kall bekannt.

In den letzten Jahren waren auch häufiger Fälle von Vandalismus mit eindeutig antisemitischem Hintergrund zu erkennen. Das mit einer Glasplatte versehene Mahnmal für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus, das erst im November 2008 im Hellenthaler Ortsteil Blumenthal an der Stelle der zerstörten Synagoge errichtet wurde, wurde bereits zwei Mal innerhalb von nur wenigen Monaten zerstört. Zudem wurde der jüdische Friedhof in Euskirchen Ziel von rechtem Vandalismus, bei dem Grabsteine umgeworfen und aufgesprühte Hakenkreuze hinterlassen wurden. Zu neonazistischen Aufkleber- und Sprühaktionen kam es sporadisch im gesamten Kreisgebiet, zeitweise besonders stark in Euskirchen, Kall und Gemünd. In Kall häuften sich solche Vorfälle besonders stark wieder Anfang 2013, offenbar wurde ein Teil der Schmier- und Sprühaktionen dabei aus dem Umfeld rechtsgerichteter Techno-Fans begangen.

In Schleiden-Herhahn war es im März 2011 zu Sprühaktionen gegen eine Veranstaltung, die im Begleitprogramm des rollenden Mahnmals „Zug der Erinnerung“ mit einem Zeitzeugen der Edelweiß-Piraten stattfand, gekommen. Neonazis sprühten am Vorabend im Umfeld des Veranstaltungsraumes großflächig zahlreiche Parolen oder Losungen wie „Antifa bedeutet Angst“ sowie den Namen und die Webadresse des „Aktionsbüros Mittelrhein“ (ABM). Schon im Mai 2010 hatte das ABM professionell gestaltete Werbebanner verbreitet mit der Aufschrift „8. Mai – 65 Jahre Judenrepublik“, beispielsweise wurde ein solches an der Urftbrücke in Kall-Sötenich befestigt. Im Zuge einer Großrazzia durch die Staatsanwaltschaft Koblenz wegen des Verdachts der Bildung oder Unterstützung der kriminellen Vereinigung „Aktionsbüro Mittelrhein“ (ABM) wurden am 13. März 2012 zahlreiche Objekte in NRW und Rheinland-Pfalz durchsucht, darunter auch eine Wohnung in Schleiden-Gemünd. Insgesamt 26 Neonazis im Alter zwischen 19 und 54 Jahren müssen sich seit dem 20. August 2012 deswegen vor dem Landgericht Koblenz verantworten, darunter auch der junge Neonazi aus Gemünd.

Im November 2011 ermittelte der Staatsschutz der Polizei in Bonn wegen einer Bedrohungssituation gegen Markus S., zu diesem Zeitpunkt Führungskader der „Freien Nationalisten Euskirchen“, zeitweise zuvor auch stellvertretender Vorsitzender der NPD-Ortsgruppe Euskirchen. Er soll Mitte November 2011 in Euskirchen mit einem „Kameraden“ und einer „Kameradin“ eine 16-jährige Schülerin, die in der linken Szene aktiv war, abgefangen haben. Tage zuvor war es offenbar zu Streit zwischen Neonazis und Nazigegnern gekommen, zudem waren Mitglieder der FNE-Führungsebene namentlich im Internet „geoutet“ worden. S. soll von der Schülerin verlangt haben, solche Infos aus dem Web zu entfernen. Geschehe dies nicht, soll er der 16-Jährigen und der Verwandtschaft massive Gewalt sowie das Anzünden des Wohnhauses angedroht haben. Das Verfahren gegen den geständigen Neonazi wurde später mit der Auflage eingestellt, eine Geldbuße an eine gemeinnützige Einrichtung zu zahlen.

Stand der Informationen: 30.06.2013


Quelle => http://www.mbr-koeln.de/vor-ort/kreis-euskirchen/