Kameradschaft Aachener Land Die Kameradschaft Aachener Land (KAL) wurde im Jahre 2001 von Neonazis aus dem Aachener Umland gegründet. Wichtige Rollen nahmen dabei ehemalige Führungskader aus dem Umfeld der 1994 verbotenen Wikingjugend ein. Als Gründungsmitglied ist hier vor allem René Laube, unter der Obhut von Wolfgang Narath und Christian Malcocci, zu nennen. Die KAL zählt allgemein zu den mittlerweile ältesten und aktivsten Neonazi-Kameradschaften Nordrhein-Westfalens.

Der, vergleichsweise, radikale Kurs der NPD im Raum Aachen/Düren, vor allem aber das Umfeld des ehemaligen Dürener NPD-Vorsitzenden Ingo Haller sorgte dafür, dass zwischen der KAL und der NPD-Düren eine enge Vernetzung vorangetrieben wurde. Dies zeigt sich vor allem darin, dass viele Aachener Neonazis und auch sogenannte „Autonome Nationalisten“ Mitglied in der NPD sind. Des Weiteren sorgt die KAL für Schutz bei NPD-Infoständen und Demonstrationen. Im Gegenzug leistet die NPD finanzielle und logistische Unterstützung bei KAL Veranstaltungen.
Zu diesen Veranstaltungen zählen Liederabende, Konzerte, Fußballturniere und Demonstrationen. In den letzten Jahren hat die KAL sich vor allem um die Organisation des seit 2008 in Stolberg stattfindenden Neonaziaufmarsches gekümmert, welcher europaweit beworben wird und jährlich bis zu 800 Teilnehmer anzieht.

Im Rahmen von KAL-Veranstaltungen kommt es immer wieder zu Übergriffen auf Migrant-innen, (vermeintliche) Antifaschist-innen und politisch Andersdenkende. Seit Jahren bemühen sich die Führungskader der KAL um René Laube und Denis Unruh um eine rege Vernetzung mit der nordrhein-westfälischen, bundesdeutschen und internationalen Naziszene. Wichtigste Beziehungen sind hierbei mit Sicherheit die AG Rheinland, die AG Ruhr-Mitte und die Freien Nationalisten Euskirchen (FNE). Hilfestellung leisten hierbei vor allem die guten Kontakte zu Sven Skoda, Axel Reitz und Christian Worch.

Kameradschaft Aachener Land - Banner

Neben den organisierten Nazis um die KAL und der Dürener NPD gibt es noch etliche Mitläufer, welche sich größtenteils aus der Aachener Hooligan- und Gabberszene rekrutieren. Weiter sorgt Christian Malcocci durch sein aktives Engagement in der niederländischen Nazi-Partei NVU für gute Beziehungen der KAL zur niederländischen Naziszene. Außerdem wird ein guter Kontakt zur belgischen Neonazi-Bewegung NSA gepflegt.

Aus dem Umfeld der KAL erfolgten in den letzten Jahren immer wieder Übergriffe auf Menschen, die nicht in das ideologische Weltbild der Neonazis passen. Hierzu zählen Migrant-innen, Antifaschist-innen und vermeintlich politisch Andersdenkende. Welcher Merkmale sich die Neonazis hierbei bedienen, um ihre „Feinde“ zu erkennen, bleibt zu klären. Des Weiteren gab es mehrfach Angriffe auf das Autonome Zentrum Aachen (AZ). Hier sind besonders der Angriff mit einer Gaspistole, ein weiterer mit einer Zwille und Stahlkugeln, und eine authentisch wirkende Bombenattrappe zu erwähnen.